Über das Risiko der postpartalen Malaria in Lambaréné, Gabon

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URI: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-opus-27045
http://hdl.handle.net/10900/44963
Dokumentart: Dissertation
Date: 2006
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Sonstige
Advisor: Grobusch, Martin
Day of Oral Examination: 2006-11-09
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Plasmodium falciparum , Malaria tropica , Schwangerschaft
Other Keywords: postpartal
malaria tropica , plasmodium falciparum , postpartal
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Inhaltszusammenfassung:

Die Malaria tropica, verursacht durch Plasmodium falciparum, gehört zu den wichtigsten Tropenerkrankungen der Erde. Schätzungsweise 40% der Welt-bevölkerung leben in Endemiegebieten. Zur Hauptrisikogruppe für schwere Erkrankungsverläufe gehören neben den Kindern vor allem schwangere Frauen. Studien über ein anhaltendes Malariarisiko unmittelbar nach der Schwangerschaft lieferten widersprüchliche Ergebnisse. Bisher wurde in der Literatur überwiegend die Auffassung vertreten, dass in der Postpartal-Periode kein erhöhtes Malariarisiko besteht. Dagegen berichtet eine kürzlich publizierte Studie aus dem Senegal von gegenteiligen Daten. Angesichts dieser konträren Meinungen war es das Ziel der vorliegenden Arbeit, das postpartale Infektionsrisiko der Malaria tropica in einer prospektiven Studie erneut zu untersuchen. Hierzu wurde zum ersten Mal eine Studiengruppe, bestehend aus 148 Frauen unmittelbar nach der Entbindung, überwacht und einer Gruppe von 136 nicht schwangeren Frauen gegenübergestellt. Diese Frauen wurden über einen postpartalen Beobachtungszeitraum von drei Monaten wöchentlich untersucht. Die Studiengruppe weist ein 10-fach hohes Erkrankungsrisiko (95% CI 1.4 - 420) für eine symptomatische Malaria bei einer Beobachtungszeit von 24.8 Personenjahren auf. Dieses Ergebnis unterscheidet sich hochsignifikant (p=0.006) von der Kontrollgruppe mit 22.0 Personenjahren. Unter Berücksichtigung aller Infektionen, einschließlich der asymptomatischen Fälle, hat die Studiengruppe ein 2.7-fach erhöhtes Infektionsrisiko (95% CI:1.0 - 8.2) bei einer Beobachtungszeit von 24.3 Personenjahren. Auch hier ist das Infektionsrisiko verglichen mit der Kontrollgruppe mit 21.7 Personenjahren signifikant höher (p=0.03). Bei Müttern mit peripherer Parasitämie ist das relative Erkankungsrisiko für eine klinische Malaria um das 3.7-fache (95% CI: 0.6 - 22.8) erhöht und mit einer ebenfalls hohen Erwartungswahrscheinlichkeit (p=0.059) verbunden. Es konnte im Auftreten der Infektionen kein spezifisches Muster im Verlauf der Überwachungsphase festgestellt werden. Zwischen dem Malariarisiko von Primigravidae und Multigravidae sowie zurückliegenden Infektionen in der Schwangerschaft konnte kein signifikanter Unterschied festgestellt werden. Ein überzeugender Zusammenhang zwischen Infektionsrisiko und der Verwendung von Moskitonetzen sowie einer Chloroquin-Prophylaxe wurde nicht gefunden. Das Phänomen der postpartalen Malaria bedarf weiterführender Untersuchungen. Es fehlen noch wichtige Informationen darüber, inwieweit das zelluläre und humorale Immunsystem einschließlich der Hormone Progesteron und Cortisol Einfluss auf das Malariarisiko in dieser Periode nehmen. Unbedingt sollte in solche Untersuchungen der HIV-Status mit einbezogen werden. Als Präventivmaßnahme wird die Ausweitung der intermittierenden prophylaktischen Behandlung in die Postpartal-Periode sowie die Verwendung von imprägnierten Moskitonetzen empfohlen.

Abstract:

One of the most important tropical diseases on earth is falciparum malaria. About 40% of the world´s population live in endemic areas. Not only are children at a high risk to fall ill with the disease, but pregnant women also form a group with an increased susceptibility to malaria. Studies about a continuing risk to fall ill with malaria immediately following delivery have yielded different results. Until lately it has been agreed upon that an increased risk of malaria does not exist in the post-partum period. In a recent study from the Senegal, however, the opposite conclusion has been drawn. On the background of these contrasting results, the present study investigated the susceptibility of mothers in the immediate post-partum period in Lambaréné, Gabon, an area of malaria hyperendemicity in the Central African rainforest belt. A study group of 148 women who had just given birth was compared to a control group of 136 non-pregnant women. During a three-month-study period the participants were examined in weekly intervals. During an examination period of 24.8 person-years the risk to fall ill with symptomatic malaria was ten times higher (95% CI: 1.4 - 420) in the study group than in the matching control group with 22.0 person-years. The difference in results is highly significant (p=0.006). With regard to all infections found including the asymptomatic cases, the risk of infection is 2.7 times higher in the study group (95% CI: 1,0 - 8,2) in an examination period of 24.3 person-years. Again, the result differs significantly (p=0.03) from that of the control group with an examination period of 21.7 person-years. The relative risk to develop symptomatic malaria is 3.7 times higher in mothers with peripheral parasites (95% CI 0.6 - 22.8; p=0.059). With regard to the examination period, a specific pattern of appearance of infections was not detected. Neither could a significant difference between the risk for primigravidae and multigravidae or a connection with earlier infections during pregnancy be proven, nor could a convincing relation of risk of infection and use of bednet or chloroquine prophylaxis be established. Post-partal malaria needs further investigation. Especially the influence of the cellular and humoral immune system including the hormones progesteron and cortisol is of great interest. It is undeniable that HIV and AIDS should be incorporated as factors in future study projects. As prevention tools, the introduction of intermittent prophylaxis treatment and the reinforcement of use of impregnated bednets are recommended.

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