Kraftorientiertes Zirkeltraining im Rahmen der Herzgruppentherapie

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Zitierfähiger Link (URI): http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-opus-26881
http://hdl.handle.net/10900/44956
Dokumentart: Dissertation
Erscheinungsdatum: 2006
Sprache: Deutsch
Fakultät: 4 Medizinische Fakultät
Fachbereich: Sonstige
Gutachter: Heitkamp, Hans-Christian
Tag der mündl. Prüfung: 2001-11-06
DDC-Klassifikation: 610 - Medizin, Gesundheit
Schlagworte: Krafttraining , Sportmotorischer Test , Circuittraining , Koronargruppe , Koronare Herzkrankheit
Freie Schlagwörter: Isokinetik , Zirkeltraining
circuit training , resistive exercise , cardiac patients , coronary artery disease
Lizenz: http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_mit_pod.php?la=de http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_mit_pod.php?la=en
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Inhaltszusammenfassung:

Krafttraining im Rahmen des Herzgruppensports wurde in den letzten Jahren immer beliebter und war schon Thema zahlreicher Studien. Um die Wirksamkeit eines in den Herzgruppensport integrierten, freien Kraftzirkeltrainings zu überprüfen, führten 16 Probanden (Durchschnittsalter 61 Jahre, Spannbreite 53-69 Jahre, davon 15 mit Zustand nach Myokardinfarkt) der Trainingsgruppe der Koronarsportgruppe Tübingen über 20 Wochen mit drei Terminen pro Woche ein kraftorientiertes Zirkeltraining durch. Das Training wurde im Rahmen der Übungsstunden angeboten, beanspruchte etwa 20 Minuten und war so ausgelegt, dass möglichst alle Muskelgruppen gleichmäßig beansprucht wurden. Vor, zur Halbzeit und am Ende der 20 Wochen wurden isokinetische Kraftmessungen im Schulter- und Kniegelenk sowie sportmotorische Tests durchgeführt. Bei den isokinetischen Kraftmessungen wurden am rechten und linken Kniegelenk Extension und Flexion jeweils konzentrisch, exzentrisch und isometrisch gemessen. Am rechten und linken Schultergelenk wurden Innenrotation und Außenrotation jeweils konzentrisch, exzentrisch und isometrisch gemessen. Die sportmotorischen Tests umfassten sieben ausgesuchte Bewegungsabläufe, welche jeweils 30 Sekunden lang so oft wie möglich wiederholt werden mussten (z.B. in Bauchlage ein Bohnensäckchen vor dem Kopf und hinter dem Rücken übergeben). Eine Kontrollgruppe umfasste zehn Teilnehmer (Durchschnittsalter 63 Jahre, Spannbreite 52-71 Jahre, alle mit Zustand nach Myokardinfarkt) der Übungsgruppe der Koronarsportgruppe Tübingen. Die durchschnittliche Trainingshäufigkeit betrug 1,2 Einheiten pro Woche. Die Messergebnisse von Trainingsgruppe und Kontrollgruppe wurden über die drei Messtermine mittels zweiseitigem Students-t-Test vergleichend auf Veränderungen geprüft. P-Werte kleiner 0,05 wurden als statistisch auffällig gewertet. Es wurden statistisch auffällige Kraftzuwächse im Bereich der kniegelenksübergreifenden Muskulatur rechts bei der konzentrischen Extension (von der ersten zur zweiten Messung p=0,023) und der isometrischen Flexion (von der zweiten zur dritten Messung p=0,036), sowie links bei der konzentrischen Extension (von der ersten zur zweiten Messung p=0,048 und von der ersten zur dritten Messung p=0,002) und der konzentrischen Flexion (von der ersten zur dritten Messung p=0,013) festgestellt. In der Schultermuskulatur wurden links statistisch auffällige Kraftzuwächse bei der konzentrischen Innenrotation (von der ersten zur zweiten Messung p=0,009 und von der ersten zur dritten Messung ebenfalls p=0,009) und der isometrischen Innenrotation (von der ersten zur zweiten Messung p=0,029) festgestellt. Die Ergebnisse der sportmotorischen Tests zeigten bei drei von sieben Einzelmessungen statistisch auffällige Verbesserungen der Trainingsgruppe gegenüber der Kontrollgruppe. Konnte beim ersten Messdurchgang noch kein statistisch auffälliger Unterschied im Leistungsniveau zwischen Trainings- und Kontrollgruppe festgestellt werden, so war die Trainingsgruppe beim zweiten Messdurchgang bei allen sieben und im dritten Messdurchgang bei sechs von sieben Einzelmessungen besser. Rückschlüsse auf eine ökonomischere Ausführung von Standardbelastungen im Alltag nach diesem Training ergeben sich indirekt aus den gemessenen Kraftzuwächsen, den sportmotorischen Tests und subjektiven Aussagen von Probanden. Die Probanden waren der Studie gegenüber konstant positiv eingestellt und zeigten dies durch engagierte Mitarbeit. Komplikationen während des Krafttrainings traten nicht auf. Daher sollte spezifisches Krafttraining in Zukunft als fester Bestandteil in den Herzgruppensport Eingang finden.

Abstract:

In the last few years resistive exercise training in cardiac patients has become more and more popular and has been subject of numerous studies. In order to prove the effectiveness of a free resistive circuit training (without the use of weight lifting machinery) in cardiac patients, 16 subjects of the cardiac sports group Tübingen performed a 20 minute resistive circuit training during 20 weeks, each week three times. The aim was to train all muscle groups in an equal way without emphasizing on particular ones. Extension and Flexion of the knees as well as rotations of the shoulders were measured isokinetically in the concentric, excentric and isometric mode. Furthermore, sportsmotorical tests were done. A control group consisted of ten subjects, they were equally measured. 1,2 units of training per week were performed on an average. The data of training and control group were compared by students-t-test. P lower than 0,05 was said to be statistically significant. Significant gain of strength was measured in concentric extension and isometric flexion of the right knee as well as concentric extension and concentric flexion of the left knee. In the left shoulder significant gain of strength was measured in concentric and isometric inward rotation. The sportsmotorical tests also showed a significant improvement of the training group versus the control group. The subjects were highly motivated and there were no complications during the resistive exercise training. It was shown that free resistive exercise training can be performed safely and effectively by cardiac patients.

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