Antikonvulsive Therapie bei Patienten mit Gliomen

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URI: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-opus-23891
http://hdl.handle.net/10900/44860
Dokumentart: Dissertation
Date: 2006
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Sonstige
Advisor: Wick, Wolfgang
Day of Oral Examination: 2005-11-11
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Epileptischer Anfall , Gliom , Hirntumor
Other Keywords: Antikonvulsive Behandlung , Anfälle
anticonvulsant treatment , seizures
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Inhaltszusammenfassung:

In der vorliegenden Studie wurden 107 Patienten mit Gliomen untersucht: Fünfundvierzig hatten ein Glioblastom, 30 ein Astrozytom, 19 ein Oligoastrozytom, 11 ein Oligodendrogliom und jeweils ein Patient ein Ependymom bzw. Gangliogliom. Ziel war es, die Anfallsinzidenz prä -und postoperativ sowie die antikonvulsive Behandlung dieser Patienten zu beschreiben und statistisch signifikante prädisponierende Faktoren zu evaluieren. Insgesamt erlitten 68% präoperative Anfälle, postoperativ waren es ebenfalls 68%. Niedriger WHO-Grad (p=0,0079), oligodendrogliale Anteile in der Histologie (p=0,0107) und überraschender Weise auch eine rechtsseitige Lage des Tumors (p=0,0017) waren statistisch auffällig mit einem erhöhten Risiko für Anfälle korreliert. Bei temporal gelegenen Gliomen kam es besonders häufig zu Anfällen (15/16, 94%). Es konnte kein Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Anfällen und dem Alter oder Geschlecht der Patienten festgestellt werden, dies galt auch für die Kontrastmittel-Aufnahme des Tumors. Nach den vorliegenden Daten hat das präoperative Auftreten von Anfällen keinen prädiktiven Wert für postoperative Anfälle. Mit den drei klassischen AED - CBZ, PHE und VPA - konnte die Frequenz der Anfälle nicht wirkungsvoll gesenkt werden, die geringste Quote wurde unter VPA erzielt (44%). Bei allen drei AED wurden UWI wie erhöhte Leberwerte oder Hautausschlag beobachtet, z.T. führten diese sogar zum Abbruch der Therapie. Zudem lassen unsere Daten darauf schließen, dass zumindest die o.g. AED eine Chemotherapie über Wechselwirkungen negativ beeinflussen. Eine routinemäßige postoperative antikonvulsive Prophylaxe kann nach Auswertung des vorliegenden Patientenkollektivs deshalb nicht empfohlen werden.

Abstract:

The risk for patients with primary brain tumors of experiencing an epileptic seizure at least once in the course of disease probably exceeds 50%, depending on tumor location and tumor type. Several aspects regarding the role of anticonvulsants in the treatment of brain tumor patients have remained controversial. Here we reviewed the seizure history in 107 patients undergoing a surgical procedure for a glioma at our institution. The overall seizure incidence was 68% 74%. Pre-operative seizures did not predict the occurrence of post-operative seizures. Surgery, post-operative tumor therapy and anticonvulsive treatment resulted in no seizures or better seizure control in a third of the patients whereas one third showed frequent seizures despite this treatment. Seizure frequency increased regardless of anticonvulsive treatment with progressive or recurrent tumor growth. Based on a literature review and our institutional experience, we delineate some recommendations for the management of seizures in patients with brain tumors.

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