Einfluss von Estrogen und Estrogenmetaboliten auf das Mammakarzinomrisiko

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URI: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-opus-23645
http://hdl.handle.net/10900/44846
Dokumentart: Dissertation
Date: 2006
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Sonstige
Advisor: Huober, Jens
Day of Oral Examination: 2005-06-27
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Fall-Kontroll-Studie , Brustkrebs , Östrogene , Stoffwechsel
Other Keywords: 2-Hydroxyestron , 16alpha-Hydroxyestron
Case-control-study , breast cancer , estrogen , metabolism
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Inhaltszusammenfassung:

Epidemiologische Studien haben gezeigt, dass Estradiol ein bedeutender Faktor bei der Mammakarzinomentstehung ist. In In-Vitro-Untersuchungen zeigte sich, dass unterschiedliche Estrogenmetaboliten entweder tumorfördernde, wie z.B. 16alpha-OHE (16alpha-Hydroxyestron) oder tumorprotektive, wie z.B. 2-OHE (2-Hydroxyestron), Eigenschaften haben können. So könnte nicht nur die Höhe des Estradiolspiegels sondern auch die unterschiedliche Metabolisierung von Estradiol ein Risikofaktor für die Entstehung eines Mammakarzinoms sein. In der vorliegenden Studie wurde untersucht, ob eine Verschiebung des Estrogenmetabolismus zugunsten des D-Ringmetaboliten 16alpha-OHE und damit eine Erniedrigung der log Ratio 2-OHE/16alpha-OHE mit einem erhöhten Mammakarzinomrisiko assoziiert ist. Zusätzlich wurde überprüft, ob der metabolische Quotient 2-OHE/16alpha-OHE von externen Faktoren wie Menopausenstatus, BMI, Rauchen, Hormoneinnahme und der Höhe des Estradiols beeinflusst werden kann. Hierzu wurde an der Universitätsfrauenklinik Tübingen von Oktober 2001 bis Januar 2003 eine nicht randomisierte Fall-Kontroll-Studie bei 477 Frauen durchgeführt, bei welcher das Verhältnis der beiden Estrogenhauptmetaboliten 2-OHE zu 16alpha-OHE (log Ratio) im Urin von Frauen mit gutartigen gynäkologischen Erkrankungen (n=321) und Frauen mit Mammakarzinom (n=156) gemessen und miteinander verglichen wurden. In unserer Untersuchung zeigte sich, dass der metabolische Quotient bei Patientinnen mit Mammakarzinom im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant erniedrigt war, was für ein Überwiegen des tumorfördernden Metaboliten 16alpha-OHE bei Mammakarzinompatientinnen spricht. Bei der Analyse der Einflussfaktoren auf diese log Ratio zeigte sich, dass in der Gruppe der prämenopausalen Patientinnen erhöhte Estradiolspiegel im Blut eine erhöhte log Ratio bedingten. Auch der BMI zeigte einen Einfluss auf die log Ratio, wobei ein erhöhter BMI bei postmenopausalen Patientinnen eine erniedrigte log Ratio zur Folge hatte und damit zu einem Überwiegen der tumorfördernden Metaboliten führte. Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Ergebnisse der vorliegenden Fall-Kontrollstudie darauf hindeuten, dass die unterschiedliche Metabolisierung von Estradiol bei der Mammakarzinomentstehung eine Rolle spielen könnte. Gleichzeitig zeigte sich, dass diese genetisch determinierten Metabolisierungsmuster durch exogene Faktoren wie den BMI beeinflusst werden können.

Abstract:

Epidemiological studies have shown that estrogen is a major factor in causing breast cancer. In-vitro-studies have shown that there are various cancer promoting metabolites like 16alpha-hydroxyestron and metabolites, which are more cancer protective, like 2-hydroxyestron. But not only the level of estrogen but also its metabolites could be risk factors for developing breast cancer. In this study we examined if a preferred estrogen metabolism via the D-ringmetabolism and therefore a lower 2/16alpha-hydroxyestron-ratio is associated with a higher breast cancer risk. It was also checked if exogen factors like menopause, body mass index (BMI), smoking, intake of hormons and the level of estrogen, might influence the 2/16alpha-hydroxyestron-ratio. From October 2001 till January 2003 a not randomized case-control-study was made at the Gynaecological Hospital of Tuebingen University. 477 women took part in this study, in which the urinary estrogen metabolites 2-hydroxyestron to 16alpha-hydroxyestron (log ratio) were measured in women with benign gynaecological illnesses (n=321) and in women with breast cancer (n=156). As a result we found that the metabolic ratio 2/16alpha-OHE in women with breast cancer was significantly lower than in women without breast cancer. Analysing factors influencing the log ratio we could prove that a higher estrogen level in premenopausal women caused a higher log ratio. The BMI also influenced the log ratio. In postmenopausal women with a high BMI we could find more 16alpha-hydroxestron and therefore a lower log ratio. Conclusion: the results of this study show that the increased metabolism of estrogen via the D-ring-metabolism could be an important factor in breast cancer development. We could also show that this genetically determined metabolism could be influenced by exogen factors like the BMI.

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