Flüssigkeitsvolumenveränderungen bei afrikanischen Kindern mit Malaria

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URI: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-opus-11371
http://hdl.handle.net/10900/44448
Dokumentart: Dissertation
Date: 2004
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Sonstige
Advisor: Kremsner, Peter
Day of Oral Examination: 2003-05-13
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Malaria tropica , Elektrolythaushalt , Volumensubstitution
Other Keywords: Flüssigkeitsvolumen , Bioimpedanzanalyse
fluid volume , bioimpedence analysis
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Inhaltszusammenfassung:

In die Studie zur Bestimmung der Flüssigkeitsvolumenveränderungen der Körperkompartimente wurden 35 Kinder aufgenommen. Davon hatten 19 Patienten eine moderate und 16 eine schwere Malaria. Bei Aufnahme und am Tag 28 wurde das Gesamtkörperwasser (TBW) und das Extrazellulärwasser (ECW), zum einen mit den klassischen Isotopenmessmethoden mit ²H2O/Bromid gemessen, zum anderen mit einem nicht invasiven Verfahren, der Bioimpedanzanalyse, bestimmt. Bei Aufnahme (Tag 28) war die Isotopenmessung mit ²H2O zur Bestimmung des TBW bei 19 (Tag 28 bei 12) Kindern mit moderater und bei 15 (Tag 28 bei 6) Kindern mit schwerer Krankheit möglich. Die Isotopenmessung mit Bromid zur Bestimmung des ECW konnten wir bei 18 (Tag 28 bei 11) mit moderater und bei 14 (Tag 28 bei 4) mit schwerem Verlauf durchführen. Die Bioimpedanzanalyse zur Bestimmung von TBW und ECW war bei 14 (Tag 28 bei 16) mit moderater und bei 11 (Tag 28 bei 12) Kindern mit schwerer Malaria möglich. Diese Studie bestätigt bei dieser Bevölkerungsgruppe eine sehr gute Übereinstimmung der Bioimpedanzanalyse mit den klassischen Isotopenmessmethoden mit ²H2O/Bromid zur Bestimmung von Gesamtkörperwasser und Extrazellulärwasser. Dieses Verfahren kann somit bei Kindern mit schwerer Malaria verwendet werden, um TBW und ECW bei Aufnahme zu bestimmen und, um eine Flüssigkeitstherapie zu überwachen. Die Flüssigkeitsmessungen ergaben, dass schwere Malaria im Kindesalter mit signifikantem Verlust an Gesamtkörperwasser [durchschnittlich 37 (33) ml/kg/KG oder 6,7 (SD 6,0) %] assoziiert ist, was bei anderen Erkrankungen als milde Exsikkose bezeichnet wird. Insgesamt hatten nur drei Kinder mit schwerem Krankheitsverlauf einen Flüssigkeitsverlust von mehr als 60 ml/kg/KG oder 10 %, also eine moderate Exsikkose. Das Extrazellulärvolumen bei schweren Fällen war normal bei Aufnahme und stieg, im Gegensatz zu den pathophysiologischen Prozessen bei einer Sepsis, in den ersten Tagen nicht an. Es ergab sich kein Zusammenhang zwischen den Flüssigkeitsveränderungen in den verschiedenen Kompartimenten (TBW, ECW, ICW) und den festgestellten klinischen und laborchemischen Parametern für schweren Verlauf, wie insbesondere dem Ausmaß der Erhöhung des Blutlaktatspiegels. Insgesamt zeigen die Ergebnisse dieser Studie, dass eine Hypovolämie in der Pathophysiologie von schwerer Malaria meistens keine wichtige Rolle spielt. Wir empfehlen daher, um das zirkulierende Volumen aufrecht zu erhalten und, unter Berücksichtigung der Risiken bei zu schneller Rehydrierung, bei Kindern mit schwerer Malaria eine Flüssigkeitstherapie (4 bis 7 ml/kg/KG/h und Erhaltungstherapie 3 ml/kg/KG/h) zum Ausgleich der Flüssigkeitsverluste über 24 Stunden.

Abstract:

Total body water volume (TBW) and extracellular water volume (ECW) were measured and intracellular water volume (ICW) derived in 35 children with malaria. Sixteen children had severe and 19 moderate malaria. Classical tracer dilution techniques using bromide and heavy water (D2O) were used to measure body fluid compartment volumes on admission and at day 28. Bioimpedence analysis estimates of TBW and ECW were calibrated in this population and BIA measurements were taken daily until discharge. Bland-Altman analysis comparing BIA estimates of TBW and ECW with values measured by isotope techniques confirmed that there was no significant difference (95% limits of agreement) for TBW and ECW. Severe childhood malaria is associated with significant depletion of TBW (mean (sd) 39 (34) mL/kg or 6.7 (6.0) %) that would be defined as mild dehyration in other conditions. In fact only 3 children had a fluid loss of more than 60 mL/kg which is considered to be moderate fluid loss in other circumstances. Moderate malaria is not associated with significant changes in TBW. ECW measurements were normal on admission in severe malaria and in contrast to measurements in sepsis did not rise in the first few days of admission. There is no relationship between volumes in the different compartments (TBW, ECW and ICW) and recognised clinical and laboratory makers of disease severity, in particular the degree of hyperlactataemia. Hypovolaemia does not play an important role in the pathophysiology of most cases of severe malaria. There are risks inherent with rapid rehydration of infants. Nevertheless we would recommend that children with severe malaria should have a fluid replacement regimen to replace fluid losses over 24 hours. We recommend that children with severe malaria from populations similar to our study patients should initially receive fluid volumes of 4 to 7 mL/kg/hour and thereafter maintenance fluid replacement of about 3 mL/kg/hour.

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