Unbecoming subjects : subject formation and responsibility in the context of Judith Butler's thinking

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URI: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-opus-21249
http://hdl.handle.net/10900/43668
Dokumentart: Dissertation
Date: 2004
Language: English
Faculty: 2 Katholisch-Theologische Fakultät
Department: Sonstige
Advisor: Mieth, Dietmar
Day of Oral Examination: 2004-06-15
DDC Classifikation: 200 - Religion
Keywords: Subjekt <Philosophie> , Verantwortung , Butler, Judith , Ethik
Other Keywords:
subject formation , Butler, Judith , responsibility , ethics
License: Publishing license including print on demand
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Inhaltszusammenfassung:

In der vorliegenden Arbeit soll eine bislang unübliche Butlerlektüre angeboten werden, indem versucht wird, Butler nicht in erster Linie als Gender und Queer Theoretikerin zu rezipieren, wie dies bislang vornehmlich geschieht. Vielmehr strebt diese Arbeit an, Butlers Werk systematisch auf die Frage hin zu lesen, was es für das Nachdenken über das Verhältnis von Ethik und Subjekttheorie bietet. Entscheidend in Butlers Fragen nach dem Subjekt und der Subjektivität ist, dass sie diese als notwendig unabgeschlossenen Prozess des Subjektwerdens versteht. Diesem Werden geht immer eine Adressierung voraus, und es ist immer mit Macht und Begehren verschränkt. Subjektwerdung wird als "Antwortgeschehen" gefasst und insofern es nicht nur um irgendein Antworten geht, sondern darum, "gut" zu antworten, kann man sagen, dass Subjektwerdung immer schon auf eine bestimmte Weise von der Frage nach Verantwortung durchkreuzt wird. Subjektwerdung als Antwortgeschehen wird prekär, wenn man mit Butler die Frage nach Macht und Begehren präsent hält. Das Ich findet sich ausgesetzt, angegangen, Umständen und Anforderungen unterworfen, die es nicht wählen oder wollen hatte können, und von denen es auch nicht einfach lassen kann. Subjektwerdung im Angesicht der Anderen und der Kontingenz des Werden und Sein lässt das Subjekt als ein zu Antwort und Verantwortung gerufenes entstehen. Kontingenz, Verletzbarkeit, Leid und Schuldigwerden als unumgehbare Phänomene des menschlichen Lebens heben diese Verantwortung nicht auf, sondern verschärfen sie vielmehr. Im Gespräch mit Kierkegaard soll schließlich die Frage nach Glauben als Modus der Subjektwerdung gestellt und darüber nachgedacht werden, was sich aus den Überlegungen im Anschluss an Butlers Denken für das Verhältnis von Theologie und Ethik ergeben könnte. Philosophie kann nicht bruchlos in Theologie überführt werden, und dies darf um des kritischen Potentials der Theologie willen auch nicht geschehen. Und weiter noch: Als kritisch verantwortliches Denken kann und darf auch theologisches Denken keine letzten Garantien für sich in Anspruch nehmen oder anbieten.

Abstract:

The manuscript seeks to inquire into poststructuralist theorizing of the contexts and conditions of the subject’s continuous emergence and focuses on the importance of subject formation with regard to ethical theories on responsibility by reading Butler and her authors. Rather than reading Butler as a theorist of gender and sexuality in a narrow sense -- as has been the prevalent way of engaging her work in the existing literature to this day -- this work strives to understand and demonstrate the pertinence of Butler’s thinking for critical theory and philosophy as these are concerned with ethics and with the question of the subject as more broadly construed. I argue that response and responsibility are crucial modes of subject formation. The trajectory of my dissertation -- inquiring into Butler’s readings of Hegel, Nietzsche, Althusser, Levinas, Freud, Foucault, and Kierkegaard -- draws out the implications of what it means to theorize subject formation. Approaching the question of the subject through the question of its emergence offers important avenues to unearth how at their very core subject formation and the enterprise to give an account thereof are ethical questions and have decisive bearings on what kind of ethical theorizing will subsequently become available. Main issues in the manuscript are the precariousness of life, the role of others, desire and the unattainability of satisfaction, the implication and dispossession by social norms that always precede and exceed us, and the primacy of others and their addressing us, which means that responding and responsibility are crucial modalities of subject formation.

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