Inhaltszusammenfassung:
Ziel dieser Studie war es, die Wirkung von SGLT2-Inhibitoren auf Volumensta-
tus und Körperzusammensetzung bei Patienten mit chronischer Nierenkrankheit
(CKD) und Nierentransplantat-Empfängern (NTx) mittels Body Composition
Monitor (BCM) zu untersuchen. Eingeschlossen wurden 64 nichtdialysepflichtige
Patienten (n = 42 CKD, n = 22 NTx) der Stadien G1–G4. Über
sechs Monate wurden Veränderungen des Volumenstatus sowie klinische und
laborchemische Parameter und deren Korrelationen analysiert. CKD-Patienten
zeigten eine signifikante Abnahme der Überwässerung (OH) und des Körper-
gewichts, NTx-Patienten hingegen nicht. Eine höhere Ausgangs-OH korrelierte
negativ mit der OH-Korrektur in beiden Kohorten, ohne Hinweise auf eine
Exsikkose. Intrazellulärwasser, Fett- und Magergewebsmasse zeigten keine
Veränderungen; die Gewichtsabnahme beruhte entsprechend auf der Redukti-
on der OH. Die OH-Reduktion ging mit einem Anstieg von Hämoglobin und
Hämatokrit sowie tendenziell erhöhter Renin- und Aldosteron-Aktivität einher.
Parallel korrelierte die Abnahme von NT-pro-BNP positiv mit der OH-Reduktion.
Bei NTx-Patienten zeigte sich lediglich ein früher Aldosteron-Anstieg, vermutlich
infolge transplantationsbedingter Denervierung. Die eGFR korrelierte in beiden
Kohorten positiv mit der Glukosurie und blieb nach initialem Abfall stabil. In der
CKD-Kohorte war die Glukosurie signifikant mit der OH-Korrektur assoziiert.
CKD-Patienten zeigten eine signifikante Reduktion der Albuminurie, die in der
univariaten und multivariaten Analyse eng mit der Korrektur der Überwässerung
nach sechs Monaten assoziiert war, während bei NTx-Patienten lediglich ein
Trend bestand. Eine aprotinin-sensitive Proteaseaktivität, bei 83 % der CKDPatienten
nachweisbar, korrelierte positiv mit Albuminurie und OH und zeigte
nach sechs Monaten insbesondere bei hohen Ausgangswerten eine deutliche
Abnahme. Da aberrant filtrierte Serinproteasen über ENaC-Aktivierung Natriumund
Wasserretention fördern, stellt dieser Befund einen möglichen Mechanis-
mus für die Korrektur der OH dar. Insgesamt zeigte die Doktorarbeit auf, dass
SGLT2-Inhibitoren die Überwässerung bei CKD und NTx zurückdrängen, was
die positiven Effekte dieser Substanzklasse auf klinische Endpunkte erklären
könnte.