Inhaltszusammenfassung:
1. Die beiden in individuelle Hypothesen umgeformten soziologischen Theorien über Selbstmord - die Integrations- und Anomietheorie - sind versuchsweise auf die umfassendere Motivationstheorie von Atkinson reduziert worden. 2. Die soziologischen Bedingungen sind durch diesen Reduktionsvorgang modifiziert worden, d.h., die Aussage über Selbstmord gilt unter verschärften Bedingungen, die nicht immer 'wahr' sein müssen und daher der empirischen Nachprüfung bedürfen. 3. Die Reduktionsgrundlage ist ein allgemeines psychologisches Gesetz. Die häufig aufgestellte Forderung bei der Erklärung von Selbstmord sowohl soziologische als auch psychologische Variablen zu berücksichtigen ist somit zumindest annähernd erfüllt. In der Erklärung finden sich sowohl soziologische als auch psychologische Variablen, die in empirisch faßbaren Beziehungen zueinander stehen.