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Von allen malignen primären Hirntumoren bei Erwachsenen sind die meisten diffus wachsende Gliome astrozytären oder oligodendroglialen Ursprungs. Diese werden nach der 4. revidierten WHO-Klassifikation der Tumoren des zentralen Nervensystems von 2016 nach histologischen Kriterien und, als Neuerung gegenüber dem Vorgänger von 2007, auch nach Veränderungen spezifischer molekularer Marker eingeteilt. Für die adulten astrozytären oder oligodendroglialen WHO-Grad 2 und 3 Gliome, die zwar diffus wachsen, aber als niedrigergradig eingestuft werden können, werden folgende drei Prognosegruppen definiert:
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Oligodendrogliom, IDH-mutiert, 1p/19q-kodeletiert
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Astrozytom, IDH-mutiert, ATRX-Verlust
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Molekular definiertes IDH-Wildtyp-Gliom
Mit dem Ziel den Einfluss des Resektionsausmaßes auf das Gesamtüberleben bei diesen Patienten zu untersuchen, wurde retrospektiv eine Studienkohorte mit 244 erwachsenen Patienten erstellt, die zwischen 1995 und 2015 am Universitätsklinikum Tübingen behandelt worden sind. Die Patienten wurden überwiegend rein histologisch klassifiziert und leitliniengerecht therapiert. Für unsere Analysen erfolgte anschließend eine Neueinteilung in die Prognosegruppen nach der WHO-Klassifikation von 2016. Waren die molekularen Marker nicht bestimmt, wurden sie durch das Institut für Neuropathologie des Universitätsklinikums Tübingen soweit möglich nachbestimmt.
Die Tumoren wurden prä- und postoperativ anhand von MRT-Bildern manuell volumetriert und das Resektionsausmaß sowie das residuelle Tumorvolumen bestimmt. Die Patienten, die zwar biopsiert, aber nicht resezierend operiert worden sind, wurden ebenfalls in die Studie eingeschlossen.
Bei der Überlebenszeitanalyse zeigte sich, dass die Prognosegruppe der Oligodendrogliome die beste Prognose hat, gefolgt von den Astrozytomen. Die Überlebenskurven der molekular definierten IDH-Wildtyp-Gliome unterschieden sich deutlich von den anderen beiden Gruppen und zeigten die schlechteste Prognose. Über univariate Cox-Regressionsanalysen wurden mögliche prädiktive Faktoren auf ihren Einfluss auf das Gesamtüberleben untersucht.
Neben der Prognosegruppe war auch das präoperative Tumorvolumen ein Prädiktor. In der Subgruppenanalyse konnte dieses Ergebnis nur für die Oligodendrogliome bestätigt werden.
Die gesamte Gruppe der resezierten Patienten hat eine signifikant bessere Prognose als die Gruppe der Patienten, die nur eine Tumorbiopsie erhalten haben. Innerhalb der Resektionsgruppe zeigte sich eine nicht signifikante Tendenz eines längeren Gesamtüberlebens der Patienten bei Vollresektion gegenüber einer subtotalen oder Teilresektion. Es zeigte sich außerdem ein deutlicher Überlebensvorteil sowohl für die vollständig resezierte Patientengruppe als auch für jene Patienten, bei denen mehr als 95 % der Tumormasse entfernt wurden, im Vergleich zur jeweils übrigen Kohorte.
Das residuelle Tumorvolumen konnte ebenfalls in der univariaten Analyse als Prädiktor herausgearbeitet werden.
Die multivariate Cox-Regressionsanalyse bestätigte den Einfluss auf das Gesamtüberleben der Resektionsart (Voll- und Teilresektion im Vergleich zur Biopsie), des Patientenalters bei Erstdiagnose, des Karnofsky-Index bei Diagnosestellung, der Affektion eloquenter Hirnareale sowie des Vorliegens einer Schrankenstörung.
Die günstigere Prognose der Resektionsgruppe gegenüber der Biopsiegruppe konnte auch für das progressionsfreie Überleben gezeigt werden. |
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