Dissertation ist gesperrt bis 23. September 2028 !
Wie nehmen wir zeitliche Beziehungen zwischen Ereignissen wahr? Diese Dissertation umfasst vier Studien, die unser Verständnis der Mechanismen vertiefen, welche der menschlichen Empfindung zeitlicher Reihenfolge sowie von Gleichzeitigkeit und Ungleichzeitigkeit intramodaler und intermodaler Reize zugrunde liegen. Erstens zeigen verallgemeinerte Moment-Modelle, dass zeitliche Reihenfolgeurteile und Gleichzeitigkeitsurteile nicht mit einer autonomen Folge von Momenten vereinbar sind, jedoch mit einer ausgelösten Folge von Momenten sowie mit einem beweglichen Moment. Zweitens lassen sich die bei komplexeren Antwortformaten beobachteten psychometrischen Funktionen mittels eines Zwei-Schwellen-Modells mit einer niedrigeren Ungleichzeitigkeitsschwelle und einer höheren Reihenfolgeschwelle zufriedenstellend erklären. Drittens unterstützen empirische Tests und gemeinsame Modellanpassungen über verschiedene Antwortformate hinweg das Zwei-Schwellen-Modell überwiegend, während sie die konkurrierenden Zwei-Stufen- und Antwortfehler-Modelle in Frage stellen. Viertens ziehen reizabhängige Gleichzeitigkeitsspannen die verbreitete Annahme einer additiven Beziehung zwischen peripherer Signalübertragung und einem hypothetischen zentralen Uhrwerk in Zweifel. Abschließend wird ein Zähler-Modell skizziert, welches die wesentlichen Befunde dieser Dissertation innerhalb eines einheitlichen mechanistischen Rahmens integriert.