Inhaltszusammenfassung:
Der Mensch ist im Alltag zahlreichen Reizen ausgesetzt, die mit passenden motorischen Reaktionen verknüpft werden müssen. Die vorliegende Studie untersuchte, ob die Verknüpfung visueller Reize mit einem bestimmten Aufgabenkontext und einer spezifischen motorischen Reaktion durch eine anschließende Schlafphase gefestigt wird. Hierzu wurden 47 gesunde Erwachsene in einem Between-Subjects-Design untersucht, wobei eine nächtliche Schlafphase mit einer vergleichbaren Wachphase verglichen wurde. Mithilfe eines Priming-Paradigmas wurden Stimulus-Aktions- und Stimulus-Klassifikations-Assoziationen getrennt erfasst. Die Gedächtnisleistung wurde anhand von Reaktionszeiten, Switch costs und Korrektheit bewertet. Zusätzlich wurde in der Schlafgruppe die Schlafspindelaktivität während des Non-REM-Schlafs analysiert. Für Stimulus-Aktions-Assoziationen zeigten sich schlafabhängige Veränderungen: Die Action-Switch costs nahmen nach Schlaf zu, während sie nach Wachsein abnahmen. Zudem blieb die Korrektheit nach Schlaf besser erhalten. Eine höhere Schlafspindelaktivität war außerdem mit einer stärkeren Konsolidierung von Stimulus-Klassifikations-Assoziationen verbunden. Insgesamt liefern die Ergebnisse Hinweise darauf, dass Schlaf zur Konsolidierung von Stimulus-Response-Assoziationen beiträgt, wobei insbesondere Stimulus-Aktions-Assoziationen von schlafabhängigen Konsolidierungsprozessen profitieren könnten. Die Befunde sprechen zudem für eine Beteiligung der Non-REM-Schlafspindelaktivität an der Konsolidierung dieser Gedächtnisinhalte, wobei deren Einfluss vom jeweiligen Assoziationstyp und den Aufgabenanforderungen abzuhängen scheint.