Kriminologische Forschung: für wen? : Oder: Grenzen einer rationalen Kriminalpolitik : kritische Fragen an meine kritischen Kollegen

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Zitierfähiger Link (URI): http://hdl.handle.net/10900/181975
http://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1819752
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-123289
Dokumentart: Wissenschaftlicher Artikel
Erscheinungsdatum: 1984
Sprache: Deutsch
Fakultät: Kriminologisches Repository
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Inhaltszusammenfassung:

Die heute unter dem Stichwort ‘Staatskriminologie' geführte Diskussion über Ziel, Inhalt und Methode kriminologischen Forschens übersieht deren geringen kriminalpolitischen Einfluß, um mit hohem ethischen Anspruch vor allem eigene Forscherinteressen zu rechtfertigen. Kriminologische Ergebnisse wirken - vom Inhalt nahezu unabhängig - gewöhnlich allenfalls langfristig über Sozialisationsprozesse bewußtseinsbildnend oder als Legitimation politischen Handelns; wegen ihres emotional-evaluativen, quasireligiösen Gehaltes kommt ihnen wie ihrer kritischen Analyse in diesem Rahmen freilich ein hoher Wert für die individuelle Identitätsbildung, Normgeltung und Machtstabilisierung zu. Angesichts zunehmenden Kostendrucks könnte eine weniger voyeurhaft ausgerichtete Forschung heute einen direkteren Einfluß gewinnen, wenn sie auf einer eher lokalen Ebene beispielgebend aktiv verändernd in das kriminalpolitische Geschehen eingreift, wofür sie freilich auch das ihr Nichtstun rechtfertigende Konzept einer monolithischen Kriminalpolitik eines übermächtigen Staates aufgeben müßte.

Abstract:

Our discussions on goals, contents and method of criminological research assume a political impact which in reality is lacking, so that the permanent call for high ethical standards - „be value free“ or „partial and against state control on information“ - mainly serves the interests of the researchers themselves. The results of research influence criminal policy generally slowly through socializing and legitimization processes, building up a general pattern of mind, which only seldom mirrors the original coutcome of research; nonetheless these products are needed for our individual balance of identity, enforcement of norms and stabilization of power. Today th fiscal crisis opens up a more immediate third channel of influence, if the researcher with his projects engages in the actual ongoing policy struggle, while abandoning the defense-notion of a planned monolithic criminal policy of a compact overwhelming state.

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