Von der Kontrolle liederlichen Lebenswandels zur kontrollierten therapeutischen Maßnahme? : Veränderte schweizerische Rechtsnormen zur Zwangsunterbringung

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Zitierfähiger Link (URI): http://hdl.handle.net/10900/181832
http://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1818321
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-123154
Dokumentart: Wissenschaftlicher Artikel
Erscheinungsdatum: 1986
Sprache: Deutsch
Fakultät: Kriminologisches Repository
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Inhaltszusammenfassung:

Ausgangspunkt der Analyse ist die aktuelle Diskussion um Deinstitutionalisierung und gemeindebezogene Integration als Alternativen zu kostspieligen institutionellen Formen der Kontrolle abweichenden Verhaltens, welche zudem bürgerliche Freiheitsrechte verletzen. Auf dem Hintergrund dieses ideologischen Wandels werden damit zusammenhängende Verschiebungen der Grenzziehung zwischen Justizsystem und Behandlungssektor thematisiert. Exemplarisch hierfür sind Änderungen von Gesetzesnormen zur Zwangseinweisung: Ähnlich wie in den USA wurde auch in der Schweiz zu Beginn der 70er Jahre eine Revision eingeleitet, die einen einheitlichen Rechtsschutz der Betroffenen gewährleisten sollte. Die vorliegende Fallstudie bietet eine exemplarische Schilderung des Rechtsbereiches sowie eine dimensionale Analyse des Normsetzungsprozesses von den Vorberatungen bis zum 1978 verabschiedeten Gesetz über die „Fürsorgerische Freiheitsentziehung". Dabei wird insbesondere überprüft, inwieweit umstrittene Änderungen des Vorentwurfes sowie die Interpretation unbestimmter Rechtsbegriffe die These von der zunehmenden Bedeutung des medizinischen Modells bei der Kontrolle abweichenden Verhaltens stützen und ob die neuen Rechtsnormen das Kontrollpotential tatsächlich wirksam begrenzen.

Abstract:

The present analysis proceeds from the current discussion on deinstitutionalization and community treatment as alternatives to costly institutionalized forms of controlling deviant behavior which, moreover, violate civil rights. Within this framework of ideological change, corresponding shifts in the boundaries between the legal system and the treatment sector are discussed. This is exemplified by the statuary changes on involuntary commitment: as in the U .S.A., a revision was also introduced in Switzerland in the early seventies which aimed at granting equal legal protection for the individuals concerned. The present case study gives an exemplary description of this legal field as weil as a dimensional analysis of the norm settingprocesses starting from the preliminary hearings up to the ratified law on the „Fürsorgerische Freiheitsentziehung". Two aspects are investigated in particular: first, to what extent controversial changes in the draft as weil as the interpretation of indefinite legal concepts (elastic clauses) support the thesis that the medical model has become increasingly relevant for the control of deviant behavior; second, if the new statutes in fact effectively limit the control potential.

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