Inhaltszusammenfassung:
Die labeling-Perspektive, abweichendes Verhalten als Interaktionseffekt zu fassen, wird am Beispiel von Schülerverhalten aufgewiesen und gegen eine Vereinfachung der Beziehung zwischen sozialen Kontrolleuren und Kontrollierten als bloße Machtbeziehung abgesetzt. Anhand eines Interviews mit einem Gymnasiallehrer werden mit der Methode der „objektiven Hermeneutik" die verschiedenen Ebenen der pädagogischen Handlungssituation rekonstruiert und deren Ineinandergreifen dargelegt. Die am Beispiel gewonnenen Einsichten werden für eine theoretische Präzisierung des labeling-Ansatzes für fruchtbar gehalten, wie darüber hinaus in bezug auf Folgerungen für die praktische Arbeit.