Inhaltszusammenfassung:
In der zweiten Hälfte der 50er Jahre wurden die Bundesbürgerinnen verunsichert durch eine Welle von „Halbstarken-Krawallen“. Wesentliche Züge von Stil und Lebensweise der kriminalisierten Arbeiterjugendlichen gingen jedoch in die bundesdeutsche Jugendkultur und weiter in die soziale Mentalität ein. Die von den Halbstarken erprobten Antworten auf veränderte Lebensbedingungen erwiesen sich als für den Nachwuchs anderer Schichten attraktiv. Die Kampagne von Staat und Medien war ein vergeblicher Versuch, Ausbreitung und Legitimierung populärer, aus der Arbeiterkultur stammender Züge von Geschmack und Verhalten durch Kriminalisierung zu stoppen.