Inhaltszusammenfassung:
Anhand von gerichtlichen Verfahren zu nichtehelicher Schwangerschaft und Schwängerung wird gefragt, wie die Beziehungen zwischen Gericht und Gerichtseingesessenen auf dem Lande am Ende der Frühen Neuzeit (18. Jahrhundert) waren. Herrschaftliche Patrimonialgerichte hatten über ihre eigenen Herrschaftsmittel nur sehr eingeschränkten Zugriff auf die Untertanen. Gerichte waren auf die Informationen, die ihnen aus den Dörfern zugetragen wurden, angewiesen. Zudem nutzte die ländliche Bevölkerung das Gericht als Instanz und als Forum für die Lösung dorfinterner Konflikte.