Inhaltszusammenfassung:
1992/93 wurden die gesetzlichen Grundlagen der Bekämpfung organisierter Kriminalität in der Bundesrepublik um Vorschriften über die Geldwäsche erweitert. Durch Identifizierungs- und Meldepflicht der Banken wurde ein neuer kriminalstrategischer Ansatz etabliert, der es ermöglichen sollte, den kriminellen Organisationen ihre finanzielle Basis zu entziehen. Der Gesetzgebungsprozeß, die Praxis der Geldwäscheermittlungen und deren Auswirkungen werden dargestellt. Es zeigt sich, daß die Bestimmungen über die Geldwäsche mit Rücksicht auf die legalen Wirtschaftsprozesse weitgehend wirkungslos gefaßt wurden, daß die versprochenen Ziele wirksamer OKBekämpfung nicht erreicht werden und daß statt dessen neue Zuständigkeiten für die Polizei geschaffen wurden, die von dieser offensiv genutzt werden.