Inhaltszusammenfassung:
In der Diskussion über institutionalisierte soziale Kontrolle vollzieht sich seit geraumer Zeit ein grundsätzlicher Wandel: Diagnostiziert wird eine neue Rationalität im staatlichen Kontrollhandeln, der Übergang von der sozialen Disziplinierung zur "neuen Kunst des Regierens". Im Gegensatz zu dieser Diagnose wird hier behauptet, dass das Konzept der sozialen Disziplinierung seine Bedeutung in der Kontrollgesellschaft behält. Begründet wird die These damit, dass die gegenwärtigen Transformationen staatlicher Regulation Parallelitäten zur Herausbildung einer weltlichen Obrigkeit seit dem Ende des 16. Jahrhunderts aufweisen. Diese werden am Beispiel von Entwicklungen in der Hamburger Drogenhilfe dargestellt.