Inhaltszusammenfassung:
Die Pankreatitis ist ein Krankheitsbild mit potentiell schwerwiegendem Verlauf bis hin zu letalen Komplikationen.
Ziel dieser Arbeit war es, potentielle Risikofaktoren und Einflussgrößen auf den klinischen Verlauf bei komplikativen Pankreatitiden ausfindig zu machen.
Untersucht wurden retrospektiv die klinischen Verläufe von 27 Patient:innen mit nekrotisierender Pankreatitis, 20 Patient:innen mit Pankreaspseudozyste und insgesamt 61 Patient:innen mit einem komplikativen Krankheitsverlauf (inklusive DHC-Stenose und Pankreasgangsteine) im Rahmen einer Pankreatitis.
Als Indikatoren für einen möglicherweise schlechteren klinischen Verlauf wurde die Krankenhausaufenthaltsdauer, Anzahl an Interventionen, Dauer und Art der verabreichten Antibiose, Entwicklung weiterer Komplikationen, Dauer des Intensivaufenthalts und der invasiven Beatmung, Rehospitalisierungsrate und das Auftreten einer Thrombose herangezogen. Laborchemisch wurden CRP-, LDH-, Leukozyten-, Lipase-, Thrombozytenwerte und das Auftreten einer Thrombozytopenie erhoben.
Nach statistischer Auswertung der Daten konnte bei Patient:innen mit Pankreasnekrosen ein erhöhter BMI, eine akute zugrunde liegende Pankreatitis, eine biliäre Genese, eine Infektion der Nekrose, sowie Carbapeneme und Fluorchinolone als mögliche Risikofaktoren und Indikatoren für einen schlechteren klinischen Verlauf identifiziert werden. Keinen Einfluss hatte das Geschlecht, Alter, kardiale oder gastrointestinale Vorerkrankungen, übermäßiger Alkoholkonsum, Nikotinkonsum und das Vorliegen eines Diabetes mellitus.
Patient:innen mit Pankreaspseudozysten und erhöhtem BMI, äthyltoxischer Genese der Pankreatitis, Cephalosporinen als Antibiose oder positiver Raucheranamnese hatten ebenfalls ein schlechteres klinisches Outcome. Das Geschlecht, Alter, Ätiologie (akut oder chronisch), kardiale oder gastrointestinale Vorerkrankungen, übermäßiger Alkoholkonsum und Diabetes mellitus hatten keinen Einfluss auf den klinischen Verlauf.
Da bei der vorliegenden Arbeit lediglich eine rein deskriptive und retrospektive Datenauswertung erfolgte, sind weitere Studien mit prospektivem und randomisiertem Ansatz erforderlich.