Inhaltszusammenfassung:
Hintergrund:
Das PFO prädisponiert für einen Schlaganfall. Dieser kann in jedem Alter
auftreten und geht mit hoher Todesrate und körperlicher oder geistiger
Beeinträchtigung einher. Als Sekundärprophylaxe nach stattgehabtem
kryptogenem Schlaganfall bei PFO hat sich der interventionelle
Schirmchenverschluss bewährt. Derzeit fehlen wichtige Daten über die
Langzeitergebnisse des interventionellen PFO-Verschlusses. Ziel war es, diese
im Rahmen einer retrospektiven Datenanalyse zu untersuchen. Außerdem
sollten mögliche Prädiktoren für das Auftreten eines Restshunts detektiert
werden.
Methoden:
Im Rahmen dieser monozentrischen retrospektiven Analyse wurden die Daten
von insgesamt 527 Patienten, welche sich am Tübinger Universitätsklinikum
zwischen 2010 und 2021 einem PFO-Verschluss unterzogen, erfasst und
ausgewertet. Hierbei wurden relevante Daten aus den Krankenakten erhoben,
wie beispielsweise Vorerkrankungen, Medikamente, Alter, Größe und Gewicht.
Zusätzlich wurden die Befunde aus prä- und postinterventionellen TEE- und
TTE-Untersuchungen gesammelt und ausgewertet. Von besonderer Bedeutung
war die präinterventionelle TEE-Untersuchung. Hierbei wurden bei allen
Patienten sämtliche relevante anatomische Gegebenheiten ausgemessen und
analysiert.
Ergebnisse:
63,4% der Patienten waren männlichen Geschlechts (n=334).
Postinterventionell zeigten 8 Patienten (1,5%) ein Vorhofflimmern oder
Vorhofflattern, ein Patient entwickelte eine Perikardtamponade (0,2%),
Todesfälle gab es keine. Bei 7 Patienten kam es postinterventionell zu erneuten
ischämischen Ereignissen (1,3%), wobei nur bei 2 dieser Patienten ein
Restshunt nachweisbar war.
Insgesamt konnte postinterventionell im Verlauf bei 93% aller Patienten (n=490)
ein suffizienter PFO-Verschluss nachgewiesen werden.
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Als Prädiktoren für einen Restshunt konnten Occludergröße, PFO-Shuntgrad,
Vorliegen eines ASA, Septum Primum Länge und Septum Primum Exkursion
sowie die PFO-Tunnellänge ausgemacht werden (Harm et al., 2025).
Die Septum Primum Exkursion erhöht das relative Risiko für einen Restshunt
fast zweifach und ist somit der wichtigste unabhängige Prädiktor (Harm et al.,
2025).
Fazit:
Der interventionelle PFO-Verschluss ist ein sicheres und komplikationsarmes
Verfahren zur Sekundärprophylaxe nach stattgehabtem kryptogenem
Schlaganfall. Durch eine gründliche präinterventionelle TEE-Untersuchung
lassen sich anatomische Prädiktoren für einen Restshunt erkennen und die
Erfolgsrate gegebenenfalls durch entsprechende periinterventionelle
Maßnahmen erhöhen.