Effects of bridging programs before metabolic and bariatric surgery on physical and mental well-being

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Zitierfähiger Link (URI): http://hdl.handle.net/10900/177969
http://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1779694
http://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1779694
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-119293
Dokumentart: Dissertation
Erscheinungsdatum: 2026-04-02
Sprache: Englisch
Fakultät: 4 Medizinische Fakultät
Fachbereich: Medizin
Gutachter: Mack, Isabelle (Prof. Dr.)
Tag der mündl. Prüfung: 2025-09-17
DDC-Klassifikation: 610 - Medizin, Gesundheit
Schlagworte: Übergewicht , Fettsucht , Adipositaschirurgie , Psychische Gesundheit , Inkretin
Freie Schlagwörter: Lebensstilinterventionen
Schulungsprogramm
Gewichtsreduktion
Covid-19
Videokonferenz
Online
weight reduction
videoconference
educational program
Lizenz: http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=de http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=en
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Inhaltszusammenfassung:

Adipositas ist eine chronische Erkrankung, die durch eine übermäßige Ansammlung von Körperfett gekennzeichnet ist und mit einem erhöhten Risiko für zahlreiche Folgeerkrankungen, darunter Diabetes Typ II, einhergeht. Die Diagnose basiert auf dem Body-Mass-Index, wobei ein BMI von ≥30 kg/m² als Adipositas definiert wird. Diese wird in drei Schweregrade (Grad I–III) eingeteilt. In den vergangenen Jahrzehnten ist die Prävalenz von Adipositas weltweit stark angestiegen, was nicht nur erhebliche gesundheitliche Konsequenzen nach sich zieht, sondern auch zu einer signifikanten sozioökonomischen Belastung führt. Die Ätiologie der Adipositas ist multifaktoriell und umfasst genetische, epigenetische, biologische sowie soziale Faktoren. Dennoch wird die Zunahme der Prävalenz vorwiegend auf den modernen Lebensstils zurückgeführt, der insbesondere durch eine gesteigerte Kalorienaufnahme bei gleichzeitigem Bewegungsmangel gekennzeichnet ist. Die gesundheitlichen Folgen von Adipositas sind weitreichend und umfassen unter anderem kardiovaskuläre Erkrankungen, degenerative Gelenkerkrankungen sowie metabolische Störungen. Darüber hinaus sind auch psychische Belastungen wie Depressionen, Essstörungen und soziale Diskriminierung häufige Komorbiditäten der Adipositas. Die Therapie der Adipositas zielt auf eine nachhaltige Gewichtsreduktion, die Verbesserung Adipositas-assoziierter Komorbiditäten sowie eine Verbesserung der Lebensqualität ab, die Therapie wird in konservative, pharmakologische und chirurgische Ansätze gegliedert. Konservative Therapieformen beinhalten eine Kombination aus Ernährungsumstellung, Verhaltenstherapie und gesteigerter körperlicher Aktivität. Während diese Maßnahmen insbesondere bei leichter bis mittelschwerer Adipositas wirksam sein können, zeigen neuere pharmakologische Ansätze, wie beispielsweise Medikamente, die gastrointestinale Hormone imitieren (z. B. GLP-1-Agonisten), vielversprechende Ergebnisse bei der Gewichtsreduktion. Für Patienten, bei denen konservative und pharmakologische Maßnahmen unzureichend sind, stellt die metabolische und bariatrische Chirurgie die effektivste Methode für eine langfristige und signifikante Gewichtsreduktion dar. Zudem sind positive Effekte der MBS auf Adipositas-assoziierte Komorbiditäten und die psychische Gesundheit gut belegt. Bariatrische Eingriffe werden in der Regel bei Patienten mit einem BMI ≥40 kg/m² oder bei einem BMI ≥35 kg/m² in Kombination mit Begleiterkrankungen empfohlen, sofern konservative Therapieversuche über mindestens sechs Monate erfolglos geblieben sind. Trotz der hohen Wirksamkeit von MBS treten jedoch postoperative Herausforderungen auf. Dazu zählen eine erneute Gewichtszunahme bei einem Teil der Patienten sowie die Verschlechterung oder das Auftreten psychischer Erkrankungen. Dies unterstreicht die Notwendigkeit einer langfristigen Nachsorge und multidisziplinären Betreuung. Psychische und verhaltensbezogene Faktoren, die bereits vor einem bariatrischen Eingriff bestehen, können das postoperative Ergebnis signifikant beeinflussen. Dennoch wurde diesen Risikofaktoren in der präoperativen Vorbereitung bislang wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Es wird angenommen, dass eine systematische Berücksichtigung dieser Faktoren dazu beitragen könnte, den langfristigen Erfolg metabolischer und bariatrischer Eingriffe zu fördern. Eine umfassende präoperative Evaluation, einschließlich einer psychologischen Beurteilung, wird bereits in den Leitlinien empfohlen. Zudem fordern Krankenkassen in vielen Fällen einen präoperativen Gewichtsverlust in Form eines bestimmten prozentualen Anteils des Ausgangsgewichts. Studien zeigen jedoch, dass solche Vorgaben die postoperative Gewichtsabnahme nicht signifikant beeinflussen. Im Gegensatz dazu könnten präoperative Programme, die Lebensstiländerungen, Aufklärung über Adipositas, Mechanismen des operativen Eingriffs sowie damit verbundene Risiken und postoperativ erforderliche Verhaltensänderungen umfassen, zum Erfolg der metabolischen und bariatrischen Chirurgie beitragen. Diese Arbeit untersucht die Auswirkungen präoperativer Schulungs- und Lebensstilinterventionen auf den Gewichtsverlust, die psychische Gesundheit und die Zufriedenheit der Teilnehmer. Im ersten Schritt wurde mittels eines systematischen Reviews der Einfluss dieser Programme auf den postoperativen Gewichtsverlust analysiert. Darauf aufbauend wurde VIADUKT II, eine präoperatives Schulungsprogramm, das an der Universitätsklinik Tübingen durchgeführt wurde, hinsichtlich der Effekte auf den Gewichtsverlust, die psychische Gesundheit und die Patientenzufriedenheit evaluiert. Zusätzlich wurden die beiden Implementierungsformen – „Präsenz“ und „Online via Videokonferenz“ – hinsichtlich ihrer Wirksamkeit verglichen. Die systematische Übersichtsarbeit „Effects of Lifestyle and Educational Bridging Programs before Bariatric Surgery on Postoperative Weight Loss" (Lau et al., Obesity Facts, 2023) zeigte, dass präoperative Lebensstilinterventionen im Vergleich zur Standardversorgung effektiver bei der Reduzierung des BMI vor einer bariatrischen Operation waren. Ein Jahr nach dem Eingriff konnte jedoch kein signifikanter Unterschied im postoperativen Gewichtsverlust zwischen den Interventionsgruppen und der Standardversorgung festgestellt werden. Zudem zeigte ein erfolgreicher präoperativer Gewichtsverlust keinen positiven Einfluss auf die postoperative Gewichtsentwicklung. Die zweite Arbeit analysierte die Daten des VIADUKT II Programms, um die psychologischen Auswirkungen eines präoperativen edukativen Programms sowie die Wirksamkeit der Online-Durchführung via Videokonferenz zu evaluieren. Die Ergebnisse der Studie ”Psychological Benefits of a Preoperative Educational Bridging Program for Bariatric Surgery: Does Face-to-Face versus Videoconference-Based Delivery Make a Difference?" (Lau et al., Obesity Facts, 2024) zeigten, dass kurze edukative Interventionen vor bariatrischen Eingriffen die Symptome von Depressionen, Angstzuständen und Stress signifikant verbessern konnten. Die Online-Durchführung mittels Videokonferenz, verurdacht durch die Covid-19 Pandemie, war ebenso wirksam wie die Intervention in Präsenz. Zusammenfassend lässt sich schlussfolgern, dass präoperative edukative Lebensstilprogramme zwar zu einem kurzfristigen Gewichtsverlust in der präoperativen Phase führen, jedoch keinen signifikanten Einfluss auf den postoperativen Gewichtsverlust zeigen. Dennoch haben diese Programme Vorteile hinsichtlich der Verbesserung der psychischen Gesundheit der Patienten vor einer bariatrischen Operation aufgezeigt. Die Ergebnisse zeigen zudem, dass die Online-Durchführung solcher Programme ebenso wirksam ist wie die von Präsenzveranstaltungen, was das Potenzial für flexible und ortsunabhängige Implementierungsformen unterstreicht. Künftige Forschung sollte darauf abzielen, spezifische Risikogruppen zu identifizieren, die besonders von diesen präoperativen Interventionen profitieren könnten. Darüber hinaus wäre weitere Forschung hilfreich, um zukünftige Behandlungsstrategien zu entwickeln, insbesondere angesichts des Aufkommens der neuen Medikamente gegen Adipositas, insbesondere im Hinblick auf deren langfristige Effektivität und Anwendbarkeit, sowie um das Zusammenspiel von präoperativen Programmen und medikamentösen Therapien für Adipositas zu verstehen und besser nutzen zu können.

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