Signalstärke unerwünschter Wirkungen bei Antihypertensiva

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Zitierfähiger Link (URI): http://hdl.handle.net/10900/177911
http://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1779114
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-119235
Dokumentart: Dissertation
Erscheinungsdatum: 2026-03-31
Sprache: Deutsch
Fakultät: 4 Medizinische Fakultät
Fachbereich: Medizin
Gutachter: Montano, Diego (PD Dr.)
Tag der mündl. Prüfung: 2026-02-20
DDC-Klassifikation: 610 - Medizin, Gesundheit
Lizenz: http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=de http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=en
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Inhaltszusammenfassung:

Die vorgelegte Promotion befasste sich mit der Untersuchung der Stärke von Signalen unerwünschter Arzneimittelwirkungen, die mit der Anwendung von Antihypertensiva in Verbindung stehen und deren Bedeutung für das Risikoprofil der einzelnen Antihypertensiva mittels Daten der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) aus dem Spontanmelderegister EudraVigilance. Die Daten wurden entsprechend der MedDRATerms aufbereitet und die Detektion der Signale erfolgte mittels der Proportional Reporting Ratio (PRR), hierbei wurde ein Cut-Off von PRR > 3 und PRR – 1.96SE > 1 mit mindestens vier Meldungen gewählt. Die Beurteilung der so gefundenen Signale erfolgte anschließend mittels Einteilung in Schweregrade entsprechend der Common Terminology Criteria for Adverse Events (CTCAE) in die Kategorien 1 (mild) bis 5 (tödlich). Danach wurden die Signale anhand der Zusammenhangsstärke in Kategorien von Unwahrscheinlich bis Wahrscheinlich kategorisiert, hierbei orientierte man sich anhand des Liverpool ADR Causality Assessment Tools und der WHO-UMCCausality Categories. Im Anschluss wurden Untergruppen mit besonderem Risiko für Signale im Allgemeinen, sowie bei den Signalen Untergruppen mit erhöhter Zusammenhangsstärke, schwerem Outcome und erhöhtem Schweregrad abhängig von den Parametern Alter, Geschlecht und Körpergewicht mittels Chi-Quadrat-Tests und relativem Risiko ermittelt. Nach Fokussierung auf Signale mit erhöhtem Schweregrad und hoher Zusammenhangsstärke ergaben sich 19 besonders starke Signale, deren Entstehungsmechanismen vorwiegend bekannt war. Bei vier dieser Signale konnte kein eindeutiger Literaturnachweis erfolgen, jedoch wurden mögliche Kausalitäten in Form ihrer pharmakologischen Eigenschaften erläutert, soweit dies im Rahmen dieser Arbeit möglich war. Im Endeffekt bleibt festzuhalten, dass die Verbindungen Aliskiren - Ventrikuläre Hypertrophie, Valsartan – Koronare Herzerkrankung, Bisoprolol – Long-QT-Syndrom und Spironolacton – Anämie in weiteren Arbeiten genauer untersucht werden sollten. Besonders die Verbindung zwischen Aliskiren und dem Auftreten einer ventrikulären Hypertrophie ist in dem Zusammenhang interessant, da es, auch wenn es sich hier immer noch um sehr kleine Zahlen handelt, sich in dieser Arbeit um eine häufige Nebenwirkung mit einem starken Signal handelte. Es wurden jedoch nicht nur einzelne Wirkstoff-Nebenwirkungs- Verbindungen untersucht, sondern auch allgemeine Trends bezüglich der Einflüsse auf und von den Medikamentengruppen. So sollten Ärzte bei hämatologischen Nebenwirkungen, bzw. bereits bekannten hämatologischen Erkrankungen bei Diuretika-Gabe vorsichtig sein. Dasselbe gilt für schwere kardiologische Erkrankungen/Nebenwirkungen unter Betablocker- bzw. CalciumantagonistenTherapie. Gerade der Zusammenhang zwischen hohem Alter und dem vermehrten Auftreten von Nebenwirkungen konnte bestätigt werden, sowie der Trend, dass ältere Menschen schwerwiegendere Nebenwirkungen erleiden. Ein Zusammenhang zwischen Geschlecht und dem vermehrten Auftreten von Nebenwirkungen wurde in dieser Arbeit nicht gefunden, jedoch wurde die Tendenz detektiert, dass bei Männern eher schwerwiegende Nebenwirkung gemeldet werden als bei Frauen. Bezüglich des Gewichts ist es noch erwähnenswert, dass ein höheres Gewicht mit häufigerem Auftreten von Nebenwirkungen assoziiert ist. Alles in allem sollen die hier gefundenen Implikationen einen Anstoß für genauere, auch klinische, Forschung geben und so den bereits vorhandenen wissenschaftlichen Stand verbessern.

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