Der Einfluss der Vertrautheit mit dem Lernkontext auf das Lernen

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Zitierfähiger Link (URI): http://hdl.handle.net/10900/176442
http://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1764421
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-117767
Dokumentart: Dissertation
Erscheinungsdatum: 2026-03-09
Sprache: Deutsch
Fakultät: 4 Medizinische Fakultät
Fachbereich: Medizin
Gutachter: Hallschmid, Manfred (Prof. Dr.)
Tag der mündl. Prüfung: 2026-01-08
Lizenz: http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=de http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=en
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Inhaltszusammenfassung:

Die vorliegende Studie untersuchte den Einfluss der Vertrautheit mit dem Kontext auf die Enkodierung neuer Lerninhalte. Das klassische Konzept der Kontextabhängigkeit des Gedächtnisses postuliert, dass gelernte Informationen besser abrufbar sind, wenn der Kontext des Gedächtnistests mit dem der Lernsituation übereinstimmt. In einer Vorläuferstudie wurde untersucht, ob derartige Effekte auch das wiederholte Lernen neuer Inhalte über Kontexte hinweg betreffen. Konsistent mit dem klassischen Konzept ergab sich, dass Probanden in zwei aufeinanderfolgenden Sitzungen eine bessere Lernleistung in der zweiten Sitzung erbrachten, wenn der Kontext über die beiden Lernsitzungen gleichblieb, was darauf hindeutet, dass Kontextwechsel die Enkodierung neuer Inhalte negativ beeinflussen könnten. Das hier beschriebene Experiment zielte darauf ab, den Einfluss der Vertrautheit mit dem Kontext zu untersuchen. Dazu lernten die Probanden in aufeinander folgenden Sitzungen entweder in dem jeweils selben oder in zwei unterschiedlichen Kontexten Wortpaare, wobei sie auch im Fall eines Kontextwechsels zwischen den beiden Lernsitzungen vor der zweiten Lernsitzung mit dem neuen Kontext vertrautgemacht wurden. Dieser Versuchsaufbau ermöglichte es, den Effekt der Vertrautheit mit dem Kontext vom Einfluss des Kontextwechsels zu trennen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Vertrautmachung mit dem Kontext den in Vorläuferstudien beobachteten abträglichen Effekt eines Kontextwechsels eliminiert. Es gab keine signifikanten Leistungsunterschiede zwischen den beiden Kontextbedingungen, was darauf hindeutet, dass die Vertrautheit mit dem Kontext entscheidend für die Gedächtnisleistung ist. Diese Befunde legen nahe, dass der positive Effekt der Konstanthaltung des Kontexts möglicherweise weniger mit der klassischen Kontextabhängigkeit als vielmehr mit der Vertrautheit der Umgebung zusammenhängt. Die Studie liefert neue Erkenntnisse darüber, wie Vertrautheit und Kontextwechsel die Enkodierung neuer Inhalte beeinflussen, und bietet eine Grundlage für zukünftige Studien, die untersuchen sollten, inwieweit Vertrautheit mit einem Kontext Gedächtnisprozesse unterstützt und wie sich dies auf langfristige Lernstrategien übertragen lässt.

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