MR-Thermometriedaten korrelieren mit dem pathologischen Ansprechen bei Hochrisiko-Weichteilsarkomen der unteren Extremität in einer Einzelzentrumsanalyse prospektiv registrierter Patienten

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Zitierfähiger Link (URI): http://hdl.handle.net/10900/175841
http://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1758414
Dokumentart: Dissertation
Erscheinungsdatum: 2026-02-18
Sprache: Deutsch
Fakultät: 4 Medizinische Fakultät
Fachbereich: Medizin
Gutachter: Eckert, Franziska (Prof. Dr.)
Tag der mündl. Prüfung: 2025-12-15
DDC-Klassifikation: 610 - Medizin, Gesundheit
Schlagworte: Strahlentherapie , Thermometrie , Hyperthermie , Weichteilsarkom
Lizenz: http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=de http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=en
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Inhaltszusammenfassung:

Weichteilsarkome sind seltene Malignome, die aufgrund ihrer geringen Symptomlast oft erst in einem späten Stadium diagnostiziert werden und deshalb oft mit einer schlechten Prognose einhergehen, da eine fortgeschrittene Erkrankung auch die Therapiemöglichkeiten und -erfolge einschränkt. Deshalb ist es unabdingbar, die Diagnostik, frühe Erkennung und die Therapie in diesem Bereich zu optimieren. In vorherigen Studien wurden bereits signifikante Verbesserungen der Therapie der Weichteilsarkome bedingt durch die Hyperthermie beschrieben, für die es biologische Begründungen gibt. Ziel dieser Studie war es, die Möglichkeiten der magnetresonanzbasierten Thermometrie bei einer Kohorte von Patienten mit Weichteilsarkom zu beschrieben, die eine kombinierte neoadjuvante Radiotherapie und lokoregionale Hyperthermie erhielten. Bei elf auswertbaren Patienten wurde für jede Hyperthermiebehandlung, was insgesamt 103 Therapien entspricht, das Gesamttumorvolumen (Vges) sowie ein separates Volumen für die Temperaturanalyse mit zuverlässiger homogener Temperaturverteilung (VTherm) konturiert. Für alle Tumoren wurden die Temperaturdaten, die mittels nicht invasiver Thermometrie erfasst wurden, aufgezeichnet und mit klinischen Merkmalen, wie der Tumorgröße und der histologischen Identifizierung, und Daten zur pathologischen Reaktion korreliert. 48 Patienten mit Hochrisiko-Weichteilsarkomen wurden mit einer neoadjuvanten Radiotherapie, teilweise kombiniert mit Chemotherapie, und insbesondere mit lokoregionaler Hyperthermie behandelt. Davon war bei elf (23 %) Patienten eine magnetresonanzgestützte Thermometrie möglich. Aufgrund der durch Atem- und Gastrointestinalbewegungen ausgelösten Artefakte scheint die Thermometrie von Weichteilsarkomen der Extremitäten besser zu funktionieren. In unseren Untersuchungen wurden deshalb vor allem Sarkome der unteren Extremitäten ausgewertet, die ohnehin auch den größten Anteil der Sarkome ausmachen. Es wurden unter anderem Temperaturen bestimmt, die von 90 % aller Messpunkte erreicht oder übertroffen wurden (T90). Bei allen Patienten lagen diese Temperaturen des Gesamttumorvolumens (T90 (Vges)) und des sogenannten Targetvolumens (T90 (VTherm)) im Bereich von 37 – 43 °C beziehungsweise 40 – 105 45 °C. Insbesondere bei großen Sarkomen scheint der Nutzen der Hyperthermie von Vorteil zu sein, bedingt durch eine tendenziell höhere erreichte Temperatur, die mit einer größeren verabreichten thermischen Dosis einhergeht. Bei größeren Tumoren ist eher ein pathologisches Ansprechen zu sehen, zudem verzeichneten größere Tumore im neoadjuvanten Therapieregime eine ausgeprägtere Volumenreduktion, was für die folgende chirurgische Therapie von Vorteil ist. Die Größe der Tumoren erlaubt eine genauere Konturierung, das Targetvolumen VTherm ist bei Malignomen, deren Volumen über dem Durchschnitt liegt, verhältnismäßig größer, was eine Auswertung der MR-Thermometrie erleichtert. Bei Tumoren, die nach der präoperativen Behandlung eine pathologische Remission im Resektat aufwiesen, war die Temperatur signifikant höher als bei Tumoren ohne pathologische Remission. Sarkome der unteren Extremitäten, die präoperativ mit lokoregionaler Hyperthermie behandelt werden, eignen sich besonders gut für die MR-Thermometrie. Die MR-Thermometrie ist eine vielversprechende nicht-invasive Methode zur Temperaturmessung während der logoregionalen Hyperthermie und weist eine positive Dosis-Wirkungs-Beziehung auf. Der Zieltemperaturbereich, bei dem die immunmodulatorische Kaskade eintritt, ist eng, was die Notwendigkeit eines optimalen kontinuierlichen Temperaturmonitorings unterstreicht. Nicht nur um die umgebenden Organe und Gewebe zu schonen, sondern auch um die Toleranz der Patienten zu steigern und insbesondere auch das Infektions- und Verletzungsrisiko durch invasive Temperaturmessungen zu vermindern, stellt die MR-Thermometrie eine gut durchführbare Strategie dar, die es weiter zu erforschen gilt.

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