Charakterisierung seltener pädiatrischer Pankreastumoren – eine Analyse im Rahmen des STEP-Registers

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Zitierfähiger Link (URI): http://hdl.handle.net/10900/174390
http://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1743905
http://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1743905
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-115715
Dokumentart: Dissertation
Erscheinungsdatum: 2026-01-29
Sprache: Deutsch
Fakultät: 4 Medizinische Fakultät
Fachbereich: Medizin
Gutachter: Brecht, Ines (PD Dr.)
Tag der mündl. Prüfung: 2025-11-03
DDC-Klassifikation: 610 - Medizin, Gesundheit
Lizenz: http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=de http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=en
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Inhaltszusammenfassung:

Die vorliegende Arbeit basiert auf der retro- sowie prospektiven Analyse von 53 pädiatrischen Patienten mit Pankreastumoren, die zwischen 2008 und 2023 im STEP-Register (Seltene Tumorerkrankungen in der Pädiatrie) aus Deutschland, Österreich und der Schweiz erfasst wurden. Behandlungsdaten wurden syste matisch durch Erhebungsbögen und Patientenakten gesammelt und ausgewer tet. Einbezogen wurden Kinder und Jugendliche im Alter von 0 bis 19 Jahren mit neu diagnostizierten pankreatischen Neoplasien, ausgenommen neuroen dokrine Tumoren. Die Analyse umfasste unter anderem anamnestische Daten, diagnostische Verfahren, Therapieansätze, pathologische Befunde sowie Out comes. Die Ergebnisse zeigen, dass pädiatrische Pankreastumoren hauptsächlich So lide-pseudopapilläre Neoplasien (SPN, n=38), Pankreatoblastome (PB, n=8) und Azinuszellkarzinome (AZK, n=6) umfassen (n=1 undifferenziertes Adenokarzi nom). PB treten in dieser Kohorte häufiger bei Jungen und SPN bei Mädchen auf. Die Diagnosestellung von SPN und AZK erfolgt typischerweise im fortge schrittenen Jugendalter, während PB häufig im frühen Kindesalter diagnostiziert werden. Klinisch stehen unspezifische Symptome wie Bauchschmerzen, Übel keit, Erbrechen und in einigen Fällen auch der Ikterus im Vordergrund, letzteres insbesondere bei PB und AZK-Patienten dieser Kohorte in fortgeschrittenem Sta dium. Fernmetastasen traten bei den SPN als low-grade maligne Tumoren nicht auf. Im Gegensatz dazu wiesen PB und AZK ein höheres Potenzial zur Metasta sierung auf, insbesondere PB mit Lymphknoten- und Leber-Metastasen. Die Di agnosestellung basiert auf Laboruntersuchungen wie AFP und Lipase sowie bild gebenden Verfahren wie Sonographie und MRT, die entscheidend für die Detek tion und Charakterisierung der Tumoren sind. Besonders bei nicht eindeutiger Bildmorphologie können Biopsien eine wichtige Rolle zur Diagnosestellung und passenden Therapie-/Resektionsplanung einnehmen. Auch wenn solche Probe entnahmen in dieser Kohorte komplikationslos durchgeführt werden konnten und keine Stichkanalmetastasen erfasst wurden, muss die Indikation individuell dis kutiert werden. 110 Die SPN der Kohorte ließen sich histopathologisch durch solide und pseudopa pilläre Anteile und eine niedrige Proliferationsrate sowie immunhistochemisch durch Marker wie CD10 und Beta-Catenin gut von den anderen Entitäten abgren zen. Histopathologisch sowie immunhistochemisch präsentieren sich die PB und AZK in der Analyse der Kohorte ähnlich; PB scheinen immunhistochemisch eher durch Synaptophysin, AZK eher durch Trypsin und Chymotrypsin charakterisiert zu werden. Die Proliferationsrate war bei PB signifikant höher als bei SPN und AZK. Im Rahmen zukünftiger molekulargenetischer Analysen beider Tumorenti täten könnten sich weitere Differenzierungsmerkmale ergeben. Molekulargene tisch zeigt die Auswertung unter den SPN häufig Mutationen im CTNNB1-Gen, was zu einer Blockierung des Abbaus von Beta-Catenin führt, und den Wnt-Sig nalweg aktiviert. Therapeutisch liegt das Ziel auf der vollständigen Entfernung des Tumors. Aus maß und Technik der Resektion werden durch die Lokalisation und Größe des Tumors bestimmt. Chemotherapeutisch kamen adjuvant als auch neoadjuvant unter anderem PLADO (Cisplatin/Doxorubicin) und ICE (Ifosfamid, Cis-/Car boplatin, Etoposid) sowie FOLFOX zum Einsatz. Gezielte Therapieansätze auf Basis molekularer Diagnostik wurden nicht verwendet. Die Prognose zeigt sich unter den SPN am besten (100%) und unter den PB am schlechtesten (25% verstorben, weitere 25% mit Rezidiv), wobei eine langfristige Nachsorge bei allen Entitäten notwendig ist, um auch späte Rezidive zu detek tieren. Schlussfolgernd kann die umfassende klinische und pathologische Charakteri sierung der verschiedenen Pankreastumoren bei Kindern und Jugendlichen im Rahmen dieser Arbeit kann einen wichtigen Beitrag zur besseren Differenzierung der Tumorentitäten liefern. Auch kann ein Beitrag zur Therapieoptimierung durch Vergleich der Therapieschemata sowie der Nachsorge gegeben werden.

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