Inhaltszusammenfassung:
Blasentumororganoide (BCO) stellen für die personalisierte Medizin einen
aktuellen Forschungsgegenstand dar, welcher die gegenwärtige Diagnostik und
Therapie von Blasentumoren ergänzen kann.
Ziel dieser Arbeit war es, einen Transkriptionsvergleich von verschiedenen BCOLinien über deren Kultivierungsperiode hinweg anzustellen. Die extrahierte
bulkRNA wurde via differential gene expression und qRT-PCR analysiert und
verglichen.
Sowohl in der Analyse des Gesamttranskriptoms via differential gene expression
als auch mehrheitlich in der qRT-PCR von pathologisch relevanten Markern
konnte eine stabile Transkriptexpression in den BCO-Linien im zeitlichen Verlauf
gezeigt werden. Zudem konnte in zwei BCO-Linien aus verschiedenen
Krankheitsstadien eines Tumors desselben Patienten ein ähnliches
Expressionsmuster zwischen den beiden Linien beobachtet werden.
Im Gegensatz zur Literatur konnte eine klonale Evolution in BCO-Linien im
zeitlichen Verlauf der Kultivierung in diesen Versuchsreihen nicht beschrieben
werden.
Ergebnisse an den jeweiligen Expressionsmustern der quantitativ analysierten
Transkripte (z.B. ANGPTL4) könnten für zukünftige Versuche zur Verbesserung
von Kulturmedien genutzt werden.
Die hier gezeigte Ähnlichkeit des Transkriptoms zweier BCO-Linien aus
unterschiedlichen Stadien eines Tumors desselben Patienten spricht für eine
Wiederholbarkeit von Organoidmodellen im klinischen Setting bei Tumorprogress
oder Rezidiven.
Insgesamt spricht das stabile Transkriptexpressionsverhalten der BCOs für eine
Konzentrierung auf die Kultivierung von frühen Passagen (P < 6).
Zudem gibt es wenig Gründe, BCOs in höhere Passagen (P ≥ 6) zu kultivieren.
Die Anpassung der Etablierungsdefinition hin zu geringeren Passagen bietet
Vorteile im klinischen Setting. So können Screeningmodelle präziser sein, da wenig Zeit bis zur Etablierung des Organoidmodells verloren geht. Auch sind
Medikamententests möglich und die kürzere Kultivierungsdauer bietet
wirtschaftliche Vorteile. Dennoch ist die Kultivierung in höhere Passagen nicht
uninteressant, da durch die Expandierfähigkeit zu größeren Zellmassen neue
Forschungsthemen erschlossen werden.