Sex vs. Gender: Der Einfluss von Geschlecht auf die Gehirnarchitektur

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Zitierfähiger Link (URI): http://hdl.handle.net/10900/174372
http://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1743723
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-115697
Dokumentart: Dissertation
Erscheinungsdatum: 2026-01-28
Sprache: Deutsch
Fakultät: 4 Medizinische Fakultät
Fachbereich: Medizin
Gutachter: Derntl, Birgit (Prof. Dr.)
Tag der mündl. Prüfung: 2025-02-14
DDC-Klassifikation: 610 - Medizin, Gesundheit
Freie Schlagwörter: Gender
Geschlecht
Gehirn
Lizenz: http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=de http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=en
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Inhaltszusammenfassung:

Diese Studie wurde angefertigt, um den Einfluss von Sex, Gender und Geschlechtshormonen auf die Gehirnvolumina bei cisgender Personen zu betrachten. Zu diesem Zweck wurden anatomische Aufnahmen der Gehirnstruktur angefertigt, Blutentnahmen und Genderfragebögen durchgeführt. Die Ergebnisse zeigten, dass Männer sich auf der GERAS-Maskulinitätsskala signifikant maskuliner einschätzten als Frauen. Wie erwartet zeigten Männer signifikant höhere Spiegel an Testosteron und freiem Testosteron als Frauen; Frauen höhere Östradiol- und Progesteronspiegel als Männer. Männer wiesen außerdem ein signifikant größeres Gesamthirnvolumen und Gesamtvolumen der grauen Substanz auf als Frauen. Beachtlich ist, dass es keinen signifikanten Unterschied zwischen Frauen und Männern bezüglich des Anteils des Volumens der grauen Substanz am Gesamtvolumen gab, allerdings die niedrig maskuline Gruppe des GERAS signifikant größere relative Volumina von grauer Substanz als die hoch maskuline Gruppe aufwies. Die linearen Regressionsmodelle, welche das Gesamthirnvolumen prädizierten, zeigten, dass Sex und beide Maskulinitätsskalen als Koeffizienten statistische Signifikanz erreichten. Bei Frauen konnte durch die Maskulinitätsskalen mehr Varianz aufgeklärt werden als bei Männern. Das Gesamtvolumen der grauen Substanz konnte durch Sex sowie beide Maskulinitätsskalen prädiziert werden. Die BSRI-Maskulinitätsskala spielte bei Frauen eine große Rolle in der Prädiktion des Gesamtvolumens der grauen Substanz. Die linearen Regressionsanalysen mit den Koeffizienten Sex, Gender und Geschlechtshormone zur Prädiktion des Volumens der grauen Substanz anteilig am Gesamthirnvolumen ergaben keine signifikanten Ergebnisse. In der Stichprobe war das Volumen des rechten Hippocampus anteilig am Gesamthirnvolumen signifikant größer als das des linken. Zudem spielte Testosteron und freies Testosteron in der Prädiktion des Volumens der Amygdala anteilig am Gesamthirnvolumen und Genderskalen in der Prädiktion des Volumens des linken und rechten Hippocampus sowie des linken Putamen anteilig am Gesamthirnvolumen eine signifikante Rolle. Zusammenfassend zeigt diese Arbeit, dass Gender, besonders Maskulinität bei Frauen, auch bei cisgender Personen von Wichtigkeit und mit dem Gesamthirnvolumen und dem Gesamtvolumen der grauen Substanz assoziiert ist. Zudem kommt dem Gender und auch den Geschlechtshormonen hinsichtlich einzelner Hirnregionen eine große Bedeutung zu. Abschließend soll hervorgehoben werden, dass eine Gruppeneinteilung ausschließlich nach dem Sex von Personen nicht die Komplexität und das Zusammenspiel von Sex, Gender und Geschlechtshormonen erfasst und somit einer Erhebung von Gender und Geschlechtshormonen neben dem Sex essenziell ist und in zukünftigen Forschungsprojekten berücksichtigt werden sollte.

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