Delir - eine retrospektive Analyse klinischer und elektrophysiologischer Parameter

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Zitierfähiger Link (URI): http://hdl.handle.net/10900/174307
http://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1743078
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-115632
Dokumentart: Dissertation
Erscheinungsdatum: 2026-01-26
Sprache: Deutsch
Fakultät: 4 Medizinische Fakultät
Fachbereich: Medizin
Gutachter: Mengel, Annerose (PD Dr.)
Tag der mündl. Prüfung: 2025-12-22
DDC-Klassifikation: 610 - Medizin, Gesundheit
Freie Schlagwörter: Delir
Lizenz: http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=de http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=en
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Inhaltszusammenfassung:

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Frage, ob es im EEG signifikante Unterschiede zwischen Patienten, welche ein Delir zeigen, und Patienten, welche kein Delir zeigen, gibt. Zudem wurden einzelne Blutparameter und MRT-Befunde analysiert, um mögliche Risikofaktoren für ein Delir zu detektieren. Zur Analyse der EEG-Parameter wurden in einer multizentrischen Analyse insgesamt 377 Patienten von drei verschiedenen Standorten und mit verschiedenen Delirtypen (PSD, POD, MED) untersucht. Die EEG-Daten wurden hierbei mithilfe des Systems Brainwave analysiert. Es zeigte sich hierbei, dass es über die verschiedenen Delirtypen hinweg, einheitliche Unterschiede der EEG-Parameter zwischen der Delir- und der Kontrollgruppe gibt. So konnte gezeigt werden, dass die AECc Werte bei Delir-Patienten (N=173, Alter 79,2±9,3 Jahre, 46% weiblich) im Vergleich zu Nicht-Delirium-Patienten (N=204, Alter 72,9±13,1 Jahre, 45% weiblich) im Delta- (Median, Effektgröße der Differenz: 0,16 vs. 0,12, r=0,28, p<0,01) und Beta-Band (0,11 vs. 0,09, r=0,14 , p=0,04) signifikant erhöht waren. Diese Veränderungen unterschieden sich nicht zwischen den verschiedenen Deliriumtypen (p>0,05). Des Weiteren zeigte sich eine konsistente Abnahme der Spitzenfrequenz (SMD= -0,81, CI: -1,50 bis -0,13), eine Zunahme der relativen Delta-Leistung (SMD=1,44, CI:0,61 bis 2,26) und eine Abnahme der relativen Beta-Leistung (SMD=-1,72, CI: -2,46 bis -0,97) bei allen Delirium-Subtypen. Die Effektgrößen der PLI-Unterschiede zwischen deliranten und nicht deliranten Kontrollen waren gering und nicht konsistent über die Subtypen hinweg. Die Heterogenität der qEEG-Merkmale war bei Patienten im Delirium geringer als bei Patienten ohne Delirium. (Fleischmann et al., 2025; Van der A et al., 2025). Bei der Subgruppenanalyse der Patienten aus Tübingen (N=140) wurden verschiedene Risikofaktoren für das Auftreten eines Delirs betrachtet. Hierbei konnte gezeigt werden, dass Patienten mit Delir signifikant älter waren, höhere CRP-Werte und auch höhere Fazekas-Scores zeigten als die Kontrollgruppe. Das Alter hatte einen mittleren Effekt auf den Fazekas-Score. Zusammenfassend wurde festgestellt, dass es signifikante Unterschiede zwischen den EEG-Aufnahmen von Patienten mit und ohne Delir gab, welche auch über verschiedene Delirtypen hinweg konsistent waren. Das spricht für eine gemeinsame neurophysiologische Grundlage der globalen EEG-Verlangsamung im Delirium, unabhängig von der Ätiologie. Sollten sich diese Ergebnisse in weiteren prospektiven Studien bestätigen, könnten zukünftig die entsprechenden, durch das EEG erhobenen, Parameter objektive Marker bei der Delirdetektion sein.

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