Langfristige klinische Behandlungsergebnisse nach hoher valgisierender Tibiakopfumstellungsosteotomie (HTO) – 12 - Jahres Follow-up der prospektiven HTO - Studie

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Zitierfähiger Link (URI): http://hdl.handle.net/10900/173703
http://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1737032
http://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1737032
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-115028
Dokumentart: Dissertation
Erscheinungsdatum: 2026-01-07
Sprache: Deutsch
Fakultät: 4 Medizinische Fakultät
Fachbereich: Medizin
Gutachter: Ihle, Christoph (Prof. Dr.)
Tag der mündl. Prüfung: 2025-12-15
Freie Schlagwörter: HTO
Umstellungsosteotomie
Lizenz: http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=de http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=en
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Inhaltszusammenfassung:

Im Rahmen der vorliegenden Forschungsarbeit konnte das langfristige klinische Outcome eines prospektiv eingeschlossenen Studienkollektivs mindestens 12 Jahre nach medialer öffnender valgisierender Tibiakopfumstellungsosteotomie (MOWHTO) untersucht werden. Im Rahmen der Nachuntersuchungen konnten n = 95 Studienpatienten der ursprünglich 120 prospektiv erfassten Patienten erneut in die Untersuchung eingeschlossen werden. Dadurch konnte eine 12-Jahres-Follow-up-Quote von 79,2 % erzielt werden. Das Studienkollektiv wies einen mittleren Altersdurchschnitt von 60,0 ± 7,5 Jahren sowie einen mittleren BMI von 30,5 ± 7,2 kg/m² auf. Das nachuntersuchte Kollektiv umfasste n = 67 (70,5 %) männliche und n = 28 (29,5 %) weibliche Studienpatienten. Der mittlere Beobachtungszeitraum betrug 154,9 ± 9,7 Monate (12,9 Jahre). Die Überlebensrate der HTO nach 12,9 Jahren betrug für das nachuntersuchte Studienkollektiv 67,4 %. Folglich lässt sich eine Konversionsrate von 36,6 % nach 12,9 Jahren ableiten. Im Beobachtungszeitraum konvertierten n = 31 Studienpatienten zu einer Endoprothese. Nach einem Beobachtungszeitraum von 5 Jahren (60 Monate) zeigte sich eine Überlebensrate von 90 % der Patienten des Gesamtkollektivs. Nach 10 Jahren (120 Monate) fiel diese auf 75 % und nach 12 Jahren (142 Monate) waren es 70 % des Studienkollektivs, die nach wie vor kein künstliches Kniegelenk implantiert bekommen hatten. Die mittlere Zeitdauer bis zur Implantation einer Endoprothese betrug 87,6 Monaten (7,3 Jahre). Mittels binär logistischer Regressionsanalyse konnten das weibliche Geschlecht (OR = 3,5) als konsistenter Risikofaktor für eine Konversion zu einer Endoprothese identifiziert werden. In Bezug auf die zu jedem Erfassungszeitpunkt (präoperativ, 6 Monate, 12 Monate, 18 Monate, 6 Jahre und 12 Jahre postoperativ) erhobenen klinischen Scores (IKDC, Lysholm, TAS, OKS) konnte nachgewiesen werden, dass es im Langzeitverlauf, mindestens 12 Jahre nach MOWHTO, zu einer anhaltenden signifikanten Verbesserung aller klinischen Scorewerte im Vergleich zum präoperativen Ausgangszustand bei den Patienten ohne Prothesen- Konversion kam. Darüber hinaus konnte im Rahmen der Studie gezeigt werden, dass sich die subjektive gesundheitsbezogene Lebensqualität des Studienkollektivs 12 Jahre nach MOWHTO signifikant im Vergleich zum präoperativen Ausgangswert verbessert hat und diese positive Entwicklung auch im Langzeitverlauf anhält. Darüber hinaus wurde nicht nur ein Vergleich mit dem präoperativem Ausgangsstatus, sondern auch ein Vergleich mit der Normalbevölkerung durchgeführt. Innerhalb dieses Vergleichs konnte dargelegt werden, dass sich die subjektive gesundheitsbezogene Lebensqualität, sowohl in ihren einzelnen Teilbereichen als auch in ihrer körperlichen und psychischen Gesamtausprägung nicht signifikant von den Werten der Normalbevölkerung unterscheidet. In einzelnen Teilbereichen der subjektiven gesundheitsbezogenen Lebensqualität konnten der Normalbevölkerung überlegene Werte gezeigt werden. Ebenfalls konnte im Rahmen dieser Follow-up Untersuchung mindestens 12 Jahre nach MOWHTO ein hohes Maß an Patientenzufriedenheit nachgewiesen werden. In Bezug auf das Gesamtergebnis äußerten sich 87,2 % der nachuntersuchten Patienten als „zufrieden“ oder „erfreut“. Darüber hinaus konnte gezeigt werden, dass sich über 90 % der befragten erneut einer HTO unterziehen würden. Vom Kollektiv der Patienten, die im Beobachtungszeitraum mittels einer Endoprothese therapiert wurden, waren es nichtsdestotrotz 77,4 % der Patienten, die sich erneut einer HTO unterziehen würden. Die Resultate demonstrieren, dass die MOWHTO ein valides Verfahren zur Behandlung der Varusgonarthrose darstellt, welches bei der Mehrzahl der Patienten auch im Langzeitverlauf die Implantation einer Endoprothese verhindert. Darüber hinaus kann durch dieses Vorgehen eine anhaltend hohe Patientenzufriedenheit gewährleistet und darüber hinaus eine dauerhafte, klinische Verbesserung im Vergleich zum präoperativen Ausgangsstatus erreicht werden.

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