Frühe essensbezogene Aufmerksamkeitsprozesse bei der Binge-Eating-Störung

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Zitierfähiger Link (URI): http://hdl.handle.net/10900/163219
http://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1632198
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-104549
Dokumentart: Dissertation
Erscheinungsdatum: 2025-03-19
Sprache: Deutsch
Fakultät: 7 Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät
Fachbereich: Psychologie
Gutachter: Svaldi, Jennifer (Prof. Dr.)
Tag der mündl. Prüfung: 2025-03-12
DDC-Klassifikation: 150 - Psychologie
Freie Schlagwörter: Klinische Psychologie
Essstörungen
Binge-Eating-Störung
Eye-Tracking
EEG
Lizenz: http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=de http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=en
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Inhaltszusammenfassung:

Psychotherapeutische Interventionen zur Behandlung der Binge-Eating-Störung (BES) zeigen eine moderate Wirksamkeit. Um eine Verbesserung dieser Interventionen zu erzielen, ist eine genauere Kenntnis der auslösenden und aufrechterhaltenden Mechanismen der Störung notwendig. Prominente und empirisch bestätigte theoretische Modelle wie die Incentive Sensitization Theory (IST) schreiben essensbezogenen Aufmerksamkeitsverzerrungen eine zentrale Rolle zu. Ereigniskorrelierte Potenziale (EKPs) und Eye-Tracking Maße stellen relativ direkte und zeitlich hochaufgelöste Methoden zur Erfassung von Aufmerksamkeitsprozessen dar. Im ersten Schritt untersuchte diese Arbeit, ob Personen mit BES tatsächlich eine stärkere Aufmerksamkeitsverzerrung hin zu Essen aufweisen als Personen mit Normalgewicht und Personen mit Übergewicht ohne BES. Hierfür wurden EKPs aus dem frühen-mittleren (N2pc) und späten (P300, LPP) zeitlichen Verlauf beim Betrachten von Essensbildern analysiert. Im zweiten Schritt erfolgte der Versuch, die Aufmerksamkeitsverzerrung bei Personen mit BES zu reduzieren. Mithilfe eines modifizierten Dot-Probe-Paradigmas (DPP) lernte ein Teil der Gruppe mit BES über vier Sitzungen hinweg, ihre Aufmerksamkeit weg von Essensbildern zu lenken. Ein anderer Teil der Gruppe mit BES, in dem keine Modifikation der Aufmerksamkeit stattfand, diente als Kontrollgruppe. Mithilfe von Eye-Tracking- und Verhaltensmaßen wurde getestet, ob die Aufmerksamkeitsverzerrung reduziert werden konnte und welche Auswirkungen sich daraus auf das Essverhalten ergaben. Zentrale elektrophysiologische Ergebnisse der Gruppe mit BES deuten auf eine erhöhte motivierte Aufmerksamkeit auf Essen hin. Diese erhöhte motivierte Aufmerksamkeit reduzierte sich im Zeitfenster der LPP, möglicherweise aufgrund kognitiver Regulationsstrategien. In der aktiven Trainingsbedingung zeigte sich nur für Eye-Tracking Maße eine erfolgreiche Reduktion der Aufmerksamkeitsverzerrung. Allerdings erfolgte kein Transfer dieser Aufmerksamkeitsreduktion auf die Ebene des tatsächlichen Essverhaltens. Zusammengefasst bestätigt diese Arbeit essensbezogene Aufmerksamkeitsverzerrungen bei der BES. Zugleich verdeutlicht sie die Komplexität des zeitlichen Ablaufs dieser Verzerrungen sowie des Zusammenhangs zwischen Aufmerksamkeitsverzerrungen und unterliegender Esspathologie.

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