Ergebnisse nach inverser Schulterendoprothesen-Implantation: Unterschiede zwischen posttraumatischer und degenerativer Cuff-Arthropathie

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URI: http://hdl.handle.net/10900/138186
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1381867
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-79537
Dokumentart: PhDThesis
Date: 2023-03-17
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Ateschrang, Atesch (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2023-01-09
License: http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=de http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=en
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Inhaltszusammenfassung:

Die vorliegende Studie soll der Analyse und dem Vergleich unterschiedlicher Indikationen zur Implantation einer inversen Schulterendoprothese dienen. Mittels objektiver Scores (Constant Shoulder Score, DASH Score) sollte die Frage beantwortet werden, ob statistisch signifikante Outcome-Unterschiede zwischen traumatischen und degenerativen Indikationsgruppen bestehen. Insgesamt wurden 105 Patienten nach Implantation einer inversen Schulterprothese in der BG Klinik Tübingen und Sportklinik Stuttgart im Zeitraum von 2006 bis 2012 nachuntersucht. Das Gesamtkollektiv wurde in die degenerative und posttraumatische Indikationsentität unterteilt. Die degenerative Gruppe umfasste 53 die posttraumatische 52 Patienten. Die durchschnittliche Nachuntersuchungszeit betrug 33,54 Monate mit einer Spanne von 3 bis 77 Monaten. Es konnte nachgewiesen werden, dass die Patienten mit degenerativer Indikation sowohl subjektiv als auch objektiv ein besserer Outcome nach Schulterendoprothesen-Implantation erreichten. So zeigte sich bei der Erhebung der subjektiven Patientenzufriedenheit, dass die Patienten beider Gruppen überwiegend mit dem postoperativen Ergebnis zufrieden oder sogar sehr zufrieden waren. Hierzu fand sich ein statistisch signifikanter Unterschied (p < 0,05) im Mann-Whitney-U-Test zugunsten der degenerativen Patientengruppe. Auch in der Untersuchung der aktiven und passiven Beweglichkeit zeigten sich in fast allen Bewegungsdimensionen bessere Resultate und höhere Bewegungsumfänge bei den Patienten der degenerativen Gruppe. Lediglich für die passive Außenrotation wurde kein Unterschied zwischen Patienten der degenerativen und der posttraumatischen Gruppe festgestellt (Mann-Whitney-U-Testung). Die Ergebnisse dieser Studie zeigten sind kongruent zu den bisher publizierten Erfahrungen. Die Resultate der vorliegenden Studie fielen tendenziell besser aus als die publizierten Resultate, wobei dies voraussichtlich durch stetig zunehmende Erfahrungen der operativen Techniken, der Erfahrungen und weiterentwickelten Prothesen-Designs begründet sein könnte. In der Gruppe degenerativer Ausgangsentitäten wurde für den CSS ein Mittelwert von 64,38 Punkten und für den DASH-Score ein Mittelwert von 32,13 Punkten erreicht. Demgegenüber zeigten sich in der posttraumatischen Gruppe durchschnittlich 49,96 Punkte im CSS und 38,56 Punkte im DASH-Score. Parallel zu den publizierten Ergebnissen zeigte die statistische Analyse für den gesamt CSS einen statistisch signifikanten Unterschied der beiden Gruppen (p < 0,001). In der Subkategorie Kraft zeigte sich kein signifikanter Unterschied. Für den DASH-Score konnte keine statistisch signifikanten Unterschiede nachgewiesen werden. In der Betrachtung der Komplikationen zeigten sich besonders hohe Raten für die Entwicklung eines inferioren scapulären Notchings mit ungefähr 40-45%. Dieses und die darüber hinaus aufgetretenen allgemeinen und spezifischen Komplikationen entsprachen den bekannten Erfahrungen aus der Literatur. Als wesentliches Ergebnis dieser Arbeit ist der Prognoseunterschied traumatischer und degenerative Ausgangsentitäten zur Implantation einer inversen Schulterendoprothese. Vor diesem Hintergrund können zukünftig alle Patienten auf diese prognostischen Unterschiede aufmerksam gemacht werden und umgekehrt Chirurgen bei komplexen Humeruskopffrakturen differentialtherapeutisch eher die Entscheidung zur prothetischen Versorgung gefällt werden.

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