Auswertung des endoskopischen Langzeitmanagements mittels Argon-Plasma-Koagulation bei Patienten mit gastrointestinalen Angiodysplasien

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URI: http://hdl.handle.net/10900/132422
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1324221
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-73777
Dokumentart: PhDThesis
Date: 2022-10-26
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Plentz, Ruben (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2022-09-28
License: http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_mit_pod.php?la=de http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_mit_pod.php?la=en
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Inhaltszusammenfassung:

In dieser retrospektiven Studie wurde über einen Zeitraum von 2008 bis 2017 ein Patientenkollektiv von 48 PatientenInnen mit insgesamt 108 Untersuchungen aufgenommen. Aufnahmekriterium waren mit APC therapierte behandlungsbedürftige Angiodysplasien, sowohl isoliert (49 %), als auch im Rahmen anderer Vorerkrankungen (GAVE-Syndrom (42,3 %), PHG (5,9 %), Heyde-Syndrom 2,9 %). Die Stichprobe bestand aus 32 männlichen Patienten und 16 weiblichen Patientinnen. Es wurden sowohl der Stellenwert der APC-Therapie im Rahmen gastrointestinaler Angiodysplasien untersucht, als auch Risikofaktoren und gemeinsame Merkmale des betroffenen Patientenkollektivs herausgearbeitet und mittels SPSS statistisch ausgewertet. In Zusammenschau der erhobenen Daten zeigte sich das männliche Geschlecht in dieser Studie als nachteilig für den Krankheitsverlauf. Darauf verweist das Durchschnittsalter, das beim männlichen Geschlecht - zwar nicht signifikant, aber dennoch auffällig - geringer war als das Behandlungsalter der Frauen (69,52 bei Frauen vs. 65,68 Jahre bei Männern). Auch in der Darstellung der Blutungssituation waren die Männer benachteiligt, da sie von der prognostisch ungünstigeren akuten Blutungssituation (Forrest I) häufiger betroffen waren als die Frauen (Männer 67 % vs. Frauen 33 %). Die günstigere Variante (Forrest III) lag hingegen beim weiblichen Geschlecht häufiger vor (Frauen 68,8 % vs. Männer 53,8 %). Männliche Patienten wiesen zudem eine geringere Therapieansprechrate auf. Diese wurde anhand des Hämoglobinwertes untersucht. Beim männlichen Geschlecht zeigte sich nicht nur ein geringerer Ausgangs-Hb-Wert (bei Aufnahme 7,95 g/dl bei den Männern vs. 8,46 g/dl bei den Frauen), sondern im Vergleich zu den Frauen auch im Verlauf ein geringerer Hb-Wert-Anstieg (bei Entlassung 9,16 g/dl bei den Männern vs. 9,85 g/dl bei den Frauen). Zudem erhielten Männer mit im Durchschnitt drei Erythrozytenkonzentraten mehr Transfusionen als die Frauen mit 2,59 Erythrozytenkonzentraten. Insgesamt kann mit einem durchschnittlichen Hb-Wert-Anstieg von 1,3 Hb-Punkten im Verlauf des Aufenthaltes in der Universitätsklinik Tübingen jedoch ein Erfolg der durchgeführten APC-Therapien untermauert werden. Weiterhin konnte der wichtige Zusammenhang zwischen dem Vorliegen kardiovaskulärer Risikofaktoren und Angiodysplasien dargestellt werden. So konnten in 33,7 % ein chronisch fortgesetzter Nikotinkonsum und in 70 % der Fälle, als häufigste Komorbidität, eine arterielle Hypertonie identifiziert werden. Hierzu passen auch die vorgestellten Studienergebnisse, die einen möglichen positiven Zusammenhang therapiebedürftiger Angiodysplasien mit der Einnahme von ASS implizieren: In unserer Stichprobe lag zwischen den APC-Wiederholungssitzungen mit Einnahme von ASS ein Zeitraum von 237,9 Tagen vs. 117,4 Tagen ohne Einnahme von ASS. Insgesamt ließ sich so erstaunlicherweise ein eher protektiver Einfluss antithrombogener Medikamente beobachten. Die durchschnittliche Dauer zwischen APC-Wiederholungssitzungen war mit Einnahme der Medikamente mit Einfluss auf die Hämostase mit im Durchschnitt 166,54 Tagen länger als ohne Einnahme antithrombogener Medikamente (125,69 Tage). Als limitierend stellt sich in unserer Studie das Fehlen einer Kontrollgruppe und eine relativ kleine Stichprobe dar. Dennoch konnten in dieser Arbeit einige interessante Punkte herausgearbeitet werden, die zu weiterer Forschung anregen sollten.

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