Ergebnisse der Radioiodtherapie bei Patienten mit immunogener Hyperthyreose unter besonderer Berücksichtigung einer thyreostatischen Begleitmedikation

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URI: http://hdl.handle.net/10900/130094
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1300949
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-71456
Dokumentart: Dissertation
Date: 2022-08-05
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Bares, Roland (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2021-08-10
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Other Keywords: Schilddrüse
Thyreoidea
Schilddrüsenfunktionsstörung
immunogene Hyperthyreose
Morbus Basedow
Hyperthyreose
Radioiod
Radioiodtherapie
Thyreostase
Graves Disease
Graves Disease
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Inhaltszusammenfassung:

In dieser retrospektiven Studie wurden 190 Datensätze von Patienten analysiert, die aufgrund einer immunogenen Hyperthyreose im Zeitraum von Januar 2005 bis April 2011 einer Radioiodtherapie (RIT) unterzogen wurden. Primäres Ziel war es, einen etwaigen dosisunabhängigen Einfluss der Thyreostase auf das Behandlungsergebnis nachzuweisen. Hierzu wurden die Patienten, bei denen die Thyreostase > 2 Tage (n = 147) bzw. < 3 Tage vor RIT abgesetzt worden war (n = 43) allgemein und in gematchten Dosisgruppen verglichen. Zusätzlich wurde der Einfluss von Alter, Geschlecht, Vorliegen einer endokrinen Orbitopathie, TRAK-Titer, Schilddrüsenfunktion und -volumen, erreichter Herddosis, Einnahme einer Glukokortikoidprophylaxe, Thyreostatikum und Absetzzeitpunkt vor RIT geprüft. Anhand einer binär logistischen Regressionsanalyse wurde der Einfluss der Variablen erreichte Herddosis, Schilddrüsenvolumen, Absetzzeitpunkt der Thyreostase, Schilddrüsenfunktion und Glukokortikoidprophylaxe bewertet. Um multiplem Testen entgegenzuwirken, wurde abschließend das Signifikanzniveau auf 95 % reduziert. Es zeigten sich Einflüsse der Schilddrüsenfunktion, des Schilddrüsenvolumens, der erreichten Herddosis, des Thyreostatikums und seines Absetzzeitpunkts vor RIT auf das Behandlungsergebnis, dazu auch ein positiver Einfluss der Glukokortikoidgabe. Von den 5 in der logistischen Regressionsanalyse betrachteten Variablen waren die erreichte Herddosis (p = 0,108) und die Glukokortikoidprophylaxe (p = 0,217) nicht mehr signifikant, Hyperthyreose vor RIT (p = 0,031), das Absetzen der Thyreostase < 3 Tage vor RIT bzw. die Einnahme einer Thyreostase bei RIT (p = 0,015), sowie erhöhte Schilddrüsenvolumina (p = 0,010) steigerten die Wahrscheinlichkeit des Misserfolgs. Nach Anpassung des Signifikanzniveaus nach Bonferroni blieb in der logistischen Regressionsanalyse kein signifikanter Einflussfaktor bestehen. Unabhängig von der erreichten Herddosis zeigten sich schlechtere Erfolgsraten unter Thyreostase. Im höchsten Dosisbereich (p = 0,049) und der gesamten Teilstichprobe der gematchten Dosisgruppen war dieser Einfluss jedoch deutlich (p = 0,009). Ein signifikanter Zusammenhang konnte nach Herabsetzen des Signifikanzniveaus allerdings nicht mehr nachgewiesen werden. Der ungünstige Einfluss einer nicht oder nur < 3 Tage vor RIT abgesetzten Thyreostase sollte bei Planung und Durchführung einer RIT zukünftig berücksichtigt werden. Zur Prüfung des Einflusses von Glukokortikoiden sind weitere, möglichst prospektive Studien mit größeren Fallzahlen erforderlich.

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