Brutalisierung der Jugendgewalt - Gefühlte oder reale Zunahme von Straftaten? Eine Untersuchung anhand von Makrodaten amtlicher Statistiken und einer Kohortenstudie junger männlicher Insassen im Jugendstrafvollzug Baden-Württemberg

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Zitierfähiger Link (URI): http://hdl.handle.net/10900/130057
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1300571
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-71419
Dokumentart: Dissertation
Buch
Erscheinungsdatum: 2022-08-05
Sprache: Deutsch
Fakultät: 6 Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät
Fachbereich: Kriminologie
Gutachter: Stauber, Barbara (Prof. Dr.)
Tag der mündl. Prüfung: 2021-12-06
DDC-Klassifikation: 340 - Recht
Freie Schlagwörter: Rechtspflegestatistik
Jugendgewalt
Jugendstrafgefangene
Gewaltausübung
brutality
robbery
juvenile offenders
Juvenile violence
ISBN: 978-3-937368-96-2
Lizenz: http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=de http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=en
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Inhaltszusammenfassung:

Immer wieder geraten Gewalttaten von Jugendlichen in den Fokus der Öffentlichkeit. Dabei wird häufig ein besonderes Augenmerk auf die vermeintlich gestiegene Brutalität der Taten gelegt. Dagegen steht die Argumentation im Raum, dass Jugendkriminalität und Jugendgewalt zurückgehe und auch eine Zuspitzung der Qualität der Taten nicht zu erkennen sei. Dies könne man auch daran erkennen, dass die schweren Gewalttaten keine signifikanten Anstiege erleben. In einem ersten Schritt widmet sich diese Arbeit daher der Analyse der Entwicklung der Quantität der Jugendgewalt und deren strafrechtlicher Bewertung. Diese erfolgt anhand der Daten amtlicher Statistiken, und zwar der Polizeilichen Kriminalstatistik, der Strafverfolgungsstatistik sowie der Strafvollzugsstatistik. Die Auswertung der Statistiken bietet einen ersten Zugang zur Beantwortung der Frage nach einer gestiegenen Quantität sowie Qualität der Gewalttaten. Bezüglich der registrierten Jugendgewalt lässt sich anhand der differenzierten Analyse verschiedener Gewaltdelikte ein Rückgang bzw. mindestens eine Konstanz der Gewalttaten nachweisen. Wenngleich es dabei Hinweise gibt, die auch gegenteilig interpretiert werden können, unterstützt die Analyse den Befund, dass die Intensität der Gewalttaten nicht zugenommen hat. Diese Analysen lassen jedoch keine eindeutigen Schlussfolgerungen explizit zur Brutalität einzelner Taten zu. Hierfür fehlt es an weiteren in der Handlung liegenden Details. Daher liegt der Schwerpunkt der Dissertation darauf, diese Lücke zu schließen, indem sie sich explizit dem Vergleich der Brutalität von Jugendlichen, der konkreten Gewaltausübung während der Gewalttat, den genaueren Formen, den (Begleit-)Umständen und auch den Konsequenzen für die Opfer zuwendet. Für diesen Vergleich werden Gerichtsurteile jugendlicher Inhaftierter aus den Jahren 1991/1992 und 2009/2010 herangezogen, die mindestens wegen einer Raubstraftat gerichtlich in Erscheinung traten. Zusammenfassend zeigt sich in beiden Stichproben eine beachtliche Konstanz der Ergebnisse, das heißt, es kann kein signifikanter Unterschied hinsichtlich der Brutalität der Gewalttaten zwischen den Jahrgängen festgestellt werden.

Abstract:

Time and again, violent acts committed by young people become the focus of public attention. In this context, special attention is often paid to the allegedly increased brutality of the offenses. In contrast, there are findings that point to a decline of juvenile delinquency and juvenile violence; also, there is no evidence of an increase in the quality of the offenses. The fact that the number of serious acts of violence is not increasing seems to confirm these findings. Therefore, in the first part of this study the development of the quantity of youth violence and its criminal law assessment are analysed. This analysis is carried out on the basis of data from official statistics, namely the police crime statistic, the criminal prosecution statistic and the prison statistic. The evaluation of the statistics offers a first approach to answering the question of an increased quantity and quality of violent offenses. With regard to registered youth violence, the differentiated analysis of various violent crimes shows a decrease or at most a constant level of violent offenses. Although there are indications that can also be interpreted to the contrary, the analysis overall supports the finding that the intensity of the acts of violence has not increased. However, these analyses do not allow final conclusions on the brutality of individual violent offenses since; there is a lack of further details of these criminal actions. Therefore, the focus of the dissertation is to close this gap by explicitly comparing the brutality of young people, the concrete use of violence during the act of violence, the more precise forms, the (accompanying) circumstances as well as the consequences for the victims. For this comparison, an analysis of two samples of court judgments from the years 1991/1992 and 2009/2010 was carried out with regard to juvenile detainees, who appeared in court because of at least one robbery offence. In summary, the results of both samples are remarkably consistent, which means that no significant difference between the samples in terms of the brutality of the violent offenses could be found.

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