Vergleichsanalyse radiologischer und klinischer Parameter der Lendenwirbelsäule nach transforaminaler lumbaler interkorporeller Fusion (TLIF)

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URI: http://hdl.handle.net/10900/129284
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1292845
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-70647
Dokumentart: Dissertation
Date: 2022-07-08
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Wülker, Nikolaus (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2021-03-22
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
License: Publishing license including print on demand
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Inhaltszusammenfassung:

Die TLIF ist eine der etabliertesten Fusionstechniken in der Lendenwirbelsäulenchirurgie. Zur Implantation werden verschiedene Cage-Technologien verwendet, die sich in Form und Design unterscheiden. Verschiedene Studien erzielten eine Verbesserung der Lendenlordose mit Cages in lordotischer Ausrichtung im Vergleich zu nicht-lordotischen Cages. Es ist jedoch weitgehend unbekannt, in welchem Umfang sich das radiologische Ergebnis nach TLIF auch in den klinischen Scores widerspiegelt, insbesondere in der Langzeitbeobachtung. Ziel dieser Studie war es deshalb herauszufinden, ob die in der Literatur beschriebene Verbesserung der Lendenlordose und die damit verbundene Optimierung der radiologischen Parameter sich in der vorliegenden Patientenpopulation bestätigen lässt. Weiterhin sollte untersucht werden, welchen Effekt eine radiologische Verbesserung auf die klinischen Ergebnisse bei der Nachuntersuchung haben. Die vorliegende Arbeit verglich deshalb in einem retrospektiven Studiendesign 37 Patienten mit nicht-lordotischem Cage und 40 Patienten mit einem 5°-lordotischen Cage, die von 2014 bis 2017 mono- oder bisegmental in TLIF-Technik am Universitätsklinikum Tübingen implantiert wurden. Es erfolgte eine Analyse von radiologischen Parametern prä- und postoperativ (LL, SL, PT und SS). Zusätzlich wurden prospektiv klinische Parameter (ODI, RMS und VAS) im Rahmen einer körperlichen Nachuntersuchung, durchschnittlich fünf Jahre postoperativ, evaluiert. Die “Gruppe lordotische Cages“ zeigte im Vergleich zur “Gruppe nicht-lordotische Cages“ signifikant bessere radiologische Ergebnisse. Die LL nahm in der “Gruppe nicht-lordotische Cages“ um 1,26° ab und stieg in der “Gruppe lordotische Cages“ um 5,5° an (p < 0,001). In der “Gruppe lordotische Cages“ stieg die SL um 5,21° an, während sie in der “Gruppe nicht-lordotische Cages“ stagnierte (p < 0,001). Der PT verzeichnete in der “Gruppe nicht-lordotische Cages“ einen Anstieg von 0,72°, in der “Gruppe lordotische Cages“ eine Abnahme von 1,66° (p = 0,008). Im Gegensatz dazu ergaben die klinischen Parameter keinen signifikanten Unterschied zwischen den beiden Gruppen. Durchschnittlich fünf Jahre nach der Operation betrug bei der postoperativen Nachuntersuchung der ODI in der “Gruppe nicht-lordotische Cages“ 22,62 % im Vergleich zu 28,29 % in der “Gruppe lordotische Cages“ (p = 0,252). Der RMS lag bei 8,66 Punkten in der “Gruppe lordotische Cages“ im Vergleich zu 7,52 Punkten in der “Gruppe nicht-lordotische Cages“ (p = 0,482). Auch der prä- auf postoperative Vergleich der Schmerzreduktion mittels VAS zeigte keine signifikanten Unterschiede (p = 0,128). In der “Gruppe nicht-lordotische Cages“ reduzierte sich die VAS um 6,43 Punkte von 9,02 auf 2,59 Punkte, in der “Gruppe lordotische Cages“ um 5,53 Punkte von präoperativen 8,86 auf postoperative 3,33 Punkte. Bei Betrachtung der multivariaten Analyse zeigten sich der BMI (Wilks λ = 0,57, F (4, 44) = 3,61, p = 0,012) und der präoperativen SS (Wilks λ = 0,66, F (4, 44) = 2,54, p = 0,05) als signifikante Einflussfaktoren auf die postoperativen Ergebnisse des ODI und der RMS. Alter, Geschlecht, Cage-Typ und postoperativer PT hatten keinen signifikanten Einfluss. Es zeigt sich, dass die lordotisch ausgerichteten Cages eine bessere Re-Lordosierung der Lendenwirbelsäule und damit Wiederherstellung des sagittalen Profils ermöglichen. Sie sollten daher in der Klinik bevorzugt verwendet werden. Allerdings haben multiple Faktoren einen Einfluss auf das klinische Ergebnis nach einer dorsalen Spondylodese, sodass der Unterschied der radiologischen Parameter nicht alleine für den klinischen Erfolg der Operation verantwortlich ist.

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