Histologische und Immunhistochemische Analyse von intrakoronaren Aspirationsthromben bei Patienten mit Myokardinfarkt und Korrelation mit klinischen Parametern

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URI: http://hdl.handle.net/10900/128691
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1286915
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-70054
Dokumentart: Dissertation
Date: 2022-06-30
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Müller, Iris (PD Dr.)
Day of Oral Examination: 2022-05-31
License: Publishing license including print on demand
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Inhaltszusammenfassung:

Kardiovaskuläre Erkrankungen tragen in großem Umfang zu Morbidität und Mortalität der Bevölkerung bei und verursachen erhebliche Kosten im Gesundheitswesen. Auf pathophysiologischer Ebene sind die endotheliale Dysfunktion und die folgende Inflammationsreaktion für die Entstehung und die Progression atherosklerotischer Erkrankungen ursächlich. Die feinstrukturelle Analyse der Zellkomponenten koronarer Thromben gibt Einblick in die inflammatorische Situation zum Zeitpunkt der Thrombusbildung und Okklusion bis hin zur Aspiration. Vor diesem Hintergrund war es das Ziel dieser Arbeit, ein besseres Verständnis für den zeitlichen Verlauf der Thrombusentstehung und -zusammensetzung, sowie möglicher Unterschiede zwischen verschiedenen Patientengruppen zu erlangen. Wir analysierten 28 Aspirationsthromben von Patienten nach Myokardinfarkt mittels HE- und immunhistologischen Färbungen. Hierzu untersuchten wir acht Zellmarker und Proteine, die bei Inflammation, Immunregulation und fibrotischen Umbauvorgängen nachweislich eine wichtige Rolle spielen (CD14, CD68, CD42b, S100A4, MIF, TGFβ1, CD105 und Grem1). Anhand der HE-Färbung teilten wir die Thromben unterschiedlicher Morphologie in Gruppen ein, bei denen wir davon ausgingen, dass sie Bezug zur zeitlichen Thrombenentstehung haben. Es konnte kein statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen der morphologischen Zusammensetzung und den analysierten Zellmarkern nachgewiesen werden. Wir konnten zeigen, dass die „symptom-to-balloon time“ kein guter Parameter zur Bestimmung des Thrombenalters ist. Die Anzahl CD14-positiver Monozyten und das proinflammatorische Zytokin MIF sind dagegen in der frühen Phase des Myokardinfarktes erhöht nachweisbar und korrelieren mit anerkannten Markern für Myokardnekrose wie Troponin und CK. Wir konnten signifikante Unterschiede zwischen den Entitäten des Myokardinfarktes und der CD14-Zellexpression nachweisen. Wir vermuten bei NSTEMI-Patienten eher einen Zusammenhang mit der im Rahmen der Atherosklerose chronisch ablaufenden Inflammationsreaktion und nicht mit dem akuten Infarktereignis. Annähernd signifikante und klinisch relevante Ergebnisse ergaben sich bezüglich der endothelschädigenden Rolle von CD105 in Patienten mit Hyperlipoproteinämie. Ein Zusammenhang mit kardiovaskulären Veränderungen konnte in der Vergangenheit in anderen Studien bereits belegt werden. Ebenfalls bedeutsam erscheint der statistisch nicht signifikante Unterschied in der Expression des proinflammatorischen Zytokins MIF bei einer Vormedikation mit ACE-Hemmern. ACE-Hemmer scheinen neben der bekannten antihypertensiven Wirkung inflammatorische Vorgänge im Infarktgebiet zu hemmen und zu einer verbesserten Infarktheilung beizutragen. Diese antiinflammatorischen Effekte sind für Angiotensin II und MCP-1 bereits beschrieben. Für MIF liegen derzeit diesbezüglich noch keine wissenschaftlichen Publikationen vor. Zusammenfassend könnte ein besseres Verständnis der feingeweblichen Struktur arterieller Thromben zur Entwicklung neuer pharmakologischer Angriffspunkte beitragen, um langfristig Medikamente zur Senkung der Morbidität und Mortalität des ACS zu entwickeln.

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