Einfluss des makroskopischen Phänotyps einer Verstorbenenniere zum Zeitpunkt der Organentnahme auf das Outcome nach Verstorbenennieren-Transplantation

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URI: http://hdl.handle.net/10900/127210
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1272105
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-68573
Dokumentart: Dissertation
Date: 2022-05-23
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Latus, Jörg (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2022-04-14
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Other Keywords: Verstorbenennieren-Transplantation
Arteriosklerose
Organqualität
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Inhaltszusammenfassung:

Die Nierentransplantation stellt für Patienten mit terminaler Nierenerkrankung die Therapie der Wahl dar. Allerdings gibt es nach wie vor einen bedeutenden Mangel an Organen. Die Anzahl verfügbarer Spender wurde in der Vergangenheit daher bereits durch die Vergrößerung des Spenderpools durch „erweiterte Spenderkriterien“ erhöht. Es zeigt sich auch ein klarer Trend, dass zunehmend sogenannte marginale Organe älterer Menschen mit erweiterten Spenderkriterien transplantiert werden. Um die Organqualität einzuschätzen, wurden verschiedene Scores etabliert, die dazu beitragen sollen die Qualität der Organe abzuschätzen. Die makroskopische Beurteilung der Verstorbenenniere zum Zeitpunkt der Entnahme durch den Explanteur und der Einfluss auf das Transplantatoutcome haben bisher kaum Beachtung gefunden. Für die vorliegende Dissertation wurden alle Verstorbenennieren-Transplantationen (n=410), welche im Zeitraum März 2008 bis März 2018 am Klinikum Stuttgart durchgeführt wurden, retrospektiv untersucht. Der Fokus der Arbeit lag dabei insbesondere auf den Angaben des Explanteurs hinsichtlich der makroskopischen Organqualität (OQ) und Arteriosklerose (AS). Darüber hinaus wurden Spender- und Empfängereigenschaften sowie die Funktionsparameter des Transplantats in der Frühphase nach Transplantation und im 1-Jahres Follow-up erhoben. Am Gesamtkollektiv konnte gezeigt werden, dass bei einer „moderaten/schweren“ AS nach drei und nach 12 Monaten eine signifikant schlechtere Transplantatfunktion vorliegt. Das Kollektiv der ≥65 Jahre alten Spender wies nach drei Monaten weiterhin eine signifikant schlechtere Transplantatfunktion auf. Dieser Trend blieb auch nach einem Jahr bestehen. Zusätzlich zeigte sich, anders als beim Gesamtkollektiv, ein statistisch häufigeres Auftreten einer verzögerten Funktionsaufnahme in der „moderaten/schweren“ AS-Gruppe (14% vs. 40%; p=0.04). Die klinisch/histologischen Scores, die zur Einschätzung der Qualität einer Verstorbenenniere bisher herangezogen werden können, basieren in der Regel auf mehr als einer klinischen oder histologischen Variablen. Ein direkter Vergleich der einzelnen Parameter mit dem makroskopischen Phänotyp bzw. dem Ausmaß der Arteriosklerose fällt daher schwer. Im Vergleich zur histologischen Untersuchung ist die rein makroskopische Beurteilung des Organs in der klinischen Praxis deutlich einfacher und schneller. Auch bei nicht-transplantierten Patienten finden sich Hinweise darauf, dass eine makroskopische Arteriosklerose der Nierenarterie mit mikrovaskulären Veränderungen einhergeht und zu einer chronischen Nierenerkrankung führen kann. Bisherige Studien haben zeigen können, dass das Vorliegen einer Nierenarterienarteriosklerose mit einer Verschlechterung der Nierenfunktion und mit dem Auftreten einer Mikroalbuminurie assoziiert ist. Die Ergebnisse dieser Dissertation zeigen, dass es bei der Transplantation älterer Organe mit moderater/schwerer Arteriosklerose zu einer schlechteren Transplantatfunktion und häufiger zu einer verzögerten Funktionsaufnahme kommt. Die makroskopische Beurteilung der Spenderniere durch den Explanteur sollte daher als nützliche Ergänzung zu den bisherigen Instrumenten und etablierten Risikofaktoren angesehen werden.

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