Infektionen mit atypischen Mykobakterien bei Mukoviszidose

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URI: http://hdl.handle.net/10900/125312
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1253121
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-66675
Dokumentart: Dissertation
Date: 2022-03-09
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Zoller, Wolfram G. (Prof. Dr. Dr.)
Day of Oral Examination: 2020-09-02
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
License: Publishing license including print on demand
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Inhaltszusammenfassung:

Einleitung: Atypische Mykobakterien sind ubiquitär vorkommend. Aufgrund der steigenden Lebenserwartung von CF-Patienten, die häufig mit einer Vielzahl struktureller Lungenveränderungen einhergeht, gewinnen NTM-Infektionen in diesem Patientenspektrum zunehmend an Bedeutung. Ziel dieser Arbeit ist es, durch Vergleiche der Krankheitsverläufe von CF-Patienten mit und ohne NTM-Infektion prädisponierende Faktoren zu identifizieren. Der Einfluss von NTM auf die Lungenfunktion sowie radiologische Veränderungen durch NTM sollen erkannt und die Therapieeffektivität evaluiert werden. Methoden: Unter Beachtung der Zuordnungskriterien (Alter, Geschlecht, Lungenfunktion, Pseudomonas aeruginosa-Besiedlung) wurden 47 NTM positiven CF-Patienten aus 6 süddeutschen CF-Ambulanzen Kontrollpatienten zugeordnet. Für das Gesamtkollektiv wurden die Parameter CFTR-Mutation, Leitkeime, Klinikaufenthalte, i.v. Antibiosen, Screening-Untersuchungen, sowie ABPA und CFRD erhoben. Weitergehend wurde der Verlauf von Lungenfunktionen, BMI und Vitamin D-Werten sowie radiologische Veränderungen beschrieben. Für NTMpositive Patienten wurden darüber hinaus folgende Parameter erfasst: NTMUnterart, Resistenzspektrum, Anzahl positiver Sputumproben, antibiotische Therapie und deren UAW, Behandlungsbeginn, Behandlungsdauer sowie gegebenenfalls die Dauer bis zur Konversion. Ergebnisse: Die NTM- und Kontrollgruppe unterschied sich nicht bezüglich Mutationsstatus, Leitkeimen, ambulanter und stationärer Klinikaufenthalte, i.v. Antibiosen, CFRD, ABPA, BMI sowie Vitamin D-Wert. Radiologische Veränderungen, die häufiger in der NTM-Gruppe auftraten, waren im Jahr vor NTM-Nachweis vergrößerte Lymphknoten (p = 0,044), zum Zeitpunkt des NTM-Nachweises und am Ende der Datenerhebung Nodi / Noduli (p = 0,023 und p = 0,020). Die Lungenfunktion der NTM-Patienten wurde signifikant von der Zeit beeinflusst (p = 0,002), in der Kontrollgruppe dagegen verschlechterte sich diese im Verlauf nicht. In der NTM-Gruppe betrug die Lungenfunktion zu Beobachtungsbeginn 68,4% und verschlechterte bis zum Ende der Datenerhebung bei NTM-Patienten ohne Sputumkonversion auf 60,2%, bei Patienten mit Konversion lediglich auf 67,2%. In der NTM-Gruppe wurde bei 52% die Unterart MAC, bei 46% die Unterart MABSC und bei 2% M. chelonae nachgewiesen. MAC wies Resistenzen allein gegen die Antibiotika Moxifloxacin und Linezolid auf, MABSC dagegen zeigte sich resistent gegen die Mehrzahl der Antibiotika. 52% der NTM-Patienten wurden aufgrund ihrer Infektion behandelt. Die Therapiedauer unterschied sich signifikant zwischen MAC- und MABSC-Patienten, sie betrug für MAC-Patienten 14 Monate, für MABSC-Patienten hingegen 18 Monate (p = 0,003). UAW unter Therapie traten bei einem Drittel der NTM-Patienten auf, am häufigsten gastrointestinale Beschwerden. Die Behandlung der MAC-Patienten folgte weitgehend den Empfehlungen der Leitlinien, wohingegen bei der MABSC-Therapie häufig Abweichungen beobachtet wurden. Eine Sputumkonversion konnte häufiger bei MAC- als bei MABSC-Patienten erreicht werden (76,9% vs. 47,8%; p = 0,035). Diskussion und Schlussfolgerung: Das Spektrum der CF-relevanten Erreger hat sich um eine neue Gruppe, die atypischen Mykobakterien, erweitert. Atypische Mykobakterien verschlechtern die Lungenfunktion der CF-Patienten maßgeblich, daher ist eine Behandlung der NTM-PD bei CF-Patienten zwingend erforderlich. Eine leitliniengerechte Therapie gestaltet sich oftmals aufgrund Resistenzen und oder Nebenwirkungen herausfordernd, sodass prospektive Studien zur Therapie von NTMErkrankungen insbesondere bei CF-Patienten notwendig erscheinen.

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