Multimodale Quellenlokalisation bei fokalen Epilepsien – ein Methodenvergleich

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URI: http://hdl.handle.net/10900/123538
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1235385
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-64902
Dokumentart: Dissertation
Date: 2022-01-25
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Lerche, Holger (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2021-10-12
Keywords: Epilepsie
Other Keywords: Quellenlokalisation
electric source imaging
magnetic source imaging
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Inhaltszusammenfassung:

Bei Patienten mit pharmakoresistenten fokalen Epilepsien kann sich im Verlauf die Frage nach einem epilepsiechirurgischen Eingriff stellen. Dazu werden unter anderem verschiedene Methoden zur Fokussuche verwendet, neben bildgebenden Verfahren wie der funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRT) auch die Quellenlokalisation von Elektroenzephalographie (EEG) und Magnetenzephalographie (MEG). Mit dem Ziel, das epileptogene Netzwerk weiter zu entschlüsseln und den Fokus genauer zu lokalisiseren, wurden in unserer Studie die Ergebnisse aus verschiedenen Modalitäten miteinander verglichen. Zehn Patienten mit fokaler Epilepsie und ausreichender Anzahl an Spikes erhielten eine High-Densitiy-EEG-Messung (HD-EEG, 256 Kanäle) sowie eine MEG-Messung. Außerdem wurde eine Koregistrierung von HD-EEG und fMRT durchgeführt, die allerdings nur bei zwei der zehn Patienten zu auswertbaren Resultaten führte und somit nur als zusätzliche Vergleichsmöglichkeit in die Auswertung mit aufgenommen wurde. Des Weiteren erfolgte die Quellenlokalisation der HD-EEG-Daten mit zwei verschiedenen Software-Programmen, um die unterschiedlichen Kopfmodelle im Hinblick auf ihre Genauigkeit zu vergleichen: das standardisierte Kopfmodell von GeoSource 2.0 (EGI) mit dem individuellen Kopfmodell von Cartool (Functional Brain Mapping, Universität Genf) auf Basis einer patientenspezifischen anatomischen MRT-Aufnahme. Die Quellenlokalisation der MEG-Daten erfolgte mit einem sphärischen Kopfmodell mithilfe des Programms BESA®. Die Ergebnisse der Fokuslokalisation unterscheiden sich deutlich intermodal, wobei die Lokalisationen der MEG-Auswertung näher an den Resultaten der Quellenlokalisation mit individuellem Kopfmodell liegen als an denen mit standardisiertem Kopfmodell von GeoSource. Dieser Unterschied wurde anschließend mit den klinischen Angaben zu den Patienten und mit gegebenenfalls vorliegenden invasiven EEG-Ableitungen abgeglichen in Bezug auf die Hemisphäre und die Gehirnregion. Da die Lokalisation eines epileptogenen Fokus erst post-operativ mit abschließender Sicherheit festgestellt werden kann, wird in der Auswertung von einer „richtigen“ Lokalisation gesprochen, wenn die Quellenrekonstruktion mit den Angaben aus klinisch-semiologischer Diagnostik bzw. invasiven EEG-Ableitungen übereinstimmt. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass bei der Quellenlokalisation von EEG und MEG häufiger konkordant lokalisiert wird, wenn eine Temporallappenepilepsie oder eine strukturelle Veränderung vorliegt. Eine Schwierigkeit in der Auswertung stellte die multifokale Epilepsieform einiger Patienten mit mehreren Spiketypen dar, sodass eine zutreffende Lokalisation auch dann angenommen wurde, wenn der Fokus nicht einheitlich bei allen Spiketypen richtig erkannt wurde. Werden nun gesammelt alle vollständig und teilweise konkordanten Ergebnisse betrachtet, ergibt sich eine Genauigkeit von 83% bei der Auswertung mit dem individuellen Kopfmodell von Cartool im Gegensatz zu 72% beim standardisierten Kopfmodell von EGI und 79% durch die MEG-Quellenlokalisation. Trotz der Limitationen durch die geringe Zahl von zehn Patienten konnte in der Studie eine Tendenz gezeigt werden, dass die Wahl des individuellen Kopfmodells zu genaueren Ergebnissen führt als standardisierte Vorwärtsmodelle oder die Quellenlokalisation mit MEG.

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