Vergleichende Wirkung von Cannabidiol (CBD) und Tetrahydrocannabinol (THC) in akuten Leukämien

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URI: http://hdl.handle.net/10900/121107
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1211075
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-62474
Dokumentart: PhDThesis
Date: 2021-11-30
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Schittenhelm, Marcus (PD Dr.)
Day of Oral Examination: 2021-10-27
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
License: http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=de http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=en
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Inhaltszusammenfassung:

Das Endocannabinoidsystem ist Gegenstand intensiver Tumorforschung. Für verschiedene Cannabinoidderivate konnte in präklinischen wie auch klinischen Studien ein antiemetisches, schmerzlinderndes, appetitsteigerndes und antine-oplastisches Potential nachgewiesen werden. Während für den supportiven Einsatz als Antiemetikum eine Therapiezulassung begleitend zur Chemothera-pie besteht, ist der antineoplastische Effekt weiter Gegenstand präklinischer Forschung. In diesem Zusammenhang konnte unsere Arbeitsgruppe zeigen, dass Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) eine antiproliferative und proapopto-tische Wirkung auf native Leukämiezellen besitzt. Allerdings werden hohe Do-sen benötigt und der klinische Einsatz von THC ist wegen des begleitenden psychoaktiven Effektes begrenzt. Cannabidiol (CBD) ist ein nicht-psychoaktives Cannabinoidderivat was für den klinischen Einsatz von Vorteil wäre – wobei bis-lang nicht bekannt ist, ob bezüglich des antineoplastischen Effektes CBD dem THC äquivalent wäre. Dieser Aspekt wird in der vorliegenden Promotionsarbeit adressiert. In dieser Arbeit wurde die antileukämische Wirkung von CBD versus THC ver-sus einer 1:1 Kombination von THC und CBD auf Leukämiezellmodelle wie auch native Patientenproben untersucht. Methodisch kamen Zellexperimente in Be-zug auf den Nachweis von Apoptoseinduktion und Zellviabilität zum Einsatz. Die involvierten Signalwege wurden auf Proteinebene mittels einem Phosphokinase Array untersucht. Zusammenfassend konnte gezeigt werden, dass CBD in den untersuchten Modellen mindestens äquipotent zu der antileukämischen Wirkung von THC ist. Im Proteinarray zeigt sich dieser Effekt vermittelt durch Inhibition der PI3K/AKT- und MAPK/ERK-Signalwege. Im Besonderen zeigten sich weiter auch die ex vivo behandelten nativen Patientenproben gegenüber beiden Can-nabinoiden sensitiv – wobei dies interindividuell stark variierte. Im Vergleich er-wiesen sich Proben gesunder Knochenmarksspender deutlich weniger sensitiv gegenüber CBD und THC, was ein therapeutisches Fenster für Cannabinoide eröffnet. Die Ergebnisse dieser Arbeit dienen damit als prinzipiellen Nachweis eines antileukämischen Effektes von CBD als auch THC, was eine weitere klini-sche Evaluation rechtfertigt.

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