Untersuchungen zum Haftverbund zwischen provisorischen Befestigungsmaterialien und Polymeren für konventionell, subtraktiv und additiv gefertigte provisorische Kronen und Brücken

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URI: http://hdl.handle.net/10900/118377
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1183773
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-59751
Dokumentart: Dissertation
Date: 2021-08-31
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Zahnmedizin
Advisor: Hüttig, Fabian (PD Dr.)
Day of Oral Examination: 2021-07-26
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
License: Publishing license excluding print on demand
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Inhaltszusammenfassung:

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Haftverbund zwischen temporären Befestigungsmaterialien (BM) und Kunststoffen für provisorische Restaurationen. Durch in-vitro Untersuchungen sollte herausgefunden werden, ob der Haftverbund temporärer BM zu den verfügbaren Fertigungstechniken (konventionell, subtraktiv und additiv) vergleichbar ist. Hierzu wurden nach aktueller Studien- und Marktlage drei Materialien für drei Fertigungsprozesse ausgewählt: Für die konventionelle Fertigungstechnik ProTemp IV (3M Deutschland GmbH, Neuss, Deutschland), für die computer-gestützte subtraktive Fertigung ein ungefülltes PMMA (Dentsply Sirona/DeguDent GmbH, Hanau-Wolfgang, Deutschland) und für die additive Fertigung mittels SLA ein Harz-basierter Kunststoff (FREEPRINT temp, DETAX GmbH & Co. KG, Ettlingen, Deutschland). Diese stellen die drei resp. fünf Hauptgruppen (HG) „konventionell“, „subtraktiv“ und „additiv“ dar. Denn, beide letztgenannten HG lagen in einem unbearbeiteten Zustand (_ub) sowie mit einem zur „konventionellen“ Gruppe vergleichbaren Zustand manueller Oberflächenbearbeitung mittels zahntechnischer Fräse vor. Als provisorische BM wurden diese aus der Produktgruppe eines Marktführers mit langjähriger Studienlage ausgewählt: Die Zinkoxid-basierten Zemente Temp-Bond (TB) und Temp-Bond NE (TB NE) sowie das BM auf Acrylat-Basis Temp-Bond clear (TB CL) ; alle: KerrHawe SA, Bioggio, Schweiz. Untersucht wurde die Scherfestigkeit, in Anlehnung an die DIN EN ISO 10477, eines verfügten provisorischen Befestigungsmaterialstempels auf einem Provisorienmaterial mit und ohne Thermocycling (TC) in Form von 5000 Wechsellastzyklen in 5°C und 55°C temperiertem Wasser. Die Scherfestigkeitsprüfung erfolgte in einer Universalprüfmaschine (ZwickRoell GmbH & Co. KG, Ulm, Deutschland) zur Ermittlung der Maximalen Last in N. Die optische Analyse der Bruchmodi auf ein adhäsives (vollständiges Lösen des Stempels vom Prüfkörper) oder kohäsives (Teile des Stempels verbleiben auf dem Prüfkörper) Bruchmuster. Zusammenfassung 127 Die Oberflächen der eingesetzten Materialien aus den drei Fertigungstechniken wurden an nicht für die Prüfung bestimmten Prüfkörpern mittels Kontaktprofilometrie quantifiziert und zusätzlich mit REM-Aufnahmen qualitativ beschrieben. Jeweils 40 Prüfkörper aus den fünf HG wurden mit den drei BM verfügt und die Hälfte dem TC zugeführt. Es wurden n=600 Prüfkörper hergestellt wovon 500 erfolgreich im Scherfestigkeitsversuch gemessen werden konnten. Für die fünf HG zeigten die BM ohne TC die Mittelwerte: TB (0,40 MPa; Std.Abw.: 0,22), TB NE (0,66 MPa; Std.Abw.: 0,19) und TB CL (0,56 MPa; Std.Abw.: 0,46). Nach TC: TB (0 MPa), TB NE (0,24 MPa; Std.Abw.: 0,15) und TB CL (0,48 MPa; Std.Abw.: 0,43). Die statistisch signifikant höheren Scherfestigkeitsmittelwerte (SFMW) aller BM zeigten sich bei additiv gefertigten Prüfkörpern. TB CL zeigte hier die höchsten SFMW (additiv: 1,15 MPa; „additiv_ub“: 0,82 MPa). Nach TC wurde ein höherer Mittelwert auf der „ub“- Oberfläche (1,06 MPa) als bei der bearbeiteten gemessen. Bei den anderen BM und Oberflächen verringerten sich die Mittelwerte. Bei TB kam es zum kompletten Auflösen aller Zementstempel. TB NE konnte über alle Oberflächen/ Materialien und unabhängig von der Alterung vergleichbare Scherfestigkeitswerte liefern. Die Bruchmodusanalyse ergab statistisch signifikant höhere SFMW kohäsiver (0,53 MPa) im Vergleich zu adhäsiven (0,29 MPa) Brüchen. Die Bruchmodi erlauben jedoch keine Aussage über die zu erwartende Scherfestigkeit. Die Oberflächenanalyse (Perthometer) zeigte statistisch signifikante höhere Rauheitswerte (Ra) der Prüfkörper „additiv_ub“. Die größte Welligkeit (Wa) hatte „subtraktiv_ub“. Es konnte kein Zusammenhang zwischen den untersuchten Oberflächeneigenschaften und der Scherfestigkeit der verwendeten BM hergestellt werden. REM-Aufnahmen zeigten, dass additiv gefertigte Prüfkörper eine ausgeprägte Mikrostruktur aufweisen. Es kann somit geschlussfolgert werden, dass TB NE gering und TB CL ausgeprägt auf Mikrostrukturen reagiert. TB ist anfällig für Alterungsprozesse.

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