Postoperativer CRP Verlauf bei Säuglingen nach kardiopulmonaler Bypass Operation

DSpace Repositorium (Manakin basiert)


Dateien:

Zitierfähiger Link (URI): http://hdl.handle.net/10900/116565
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1165654
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-57940
Dokumentart: Dissertation
Erscheinungsdatum: 2021-07-01
Sprache: Deutsch
Fakultät: 4 Medizinische Fakultät
Fachbereich: Medizin
Gutachter: Hofbeck, Michael (Prof. Dr.)
Tag der mündl. Prüfung: 2021-04-07
DDC-Klassifikation: 610 - Medizin, Gesundheit
Schlagworte: C-reaktives Protein , Infektion , Entzündung , Operation , Kinderheilkunde , Intensivmedizin , Herz-Lungen-Maschine , Säugling , Antibiotikum , Leukozyt , Thrombozyt , Granulozyt , Allgemeine Entzündungsreaktion , Sepsis , Unterscheidung
Lizenz: http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_mit_pod.php?la=de http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_mit_pod.php?la=en
Gedruckte Kopie bestellen: Print-on-Demand
Zur Langanzeige

Inhaltszusammenfassung:

Die sichere Differenzierung zwischen nicht-infektiösem Verlauf und Infektion von Säuglingen mit angeborenem Herzfehler nach Operation ist essentiell. Einerseits sollen perioperative Infektionen früh erkannt und therapiert werden, andererseits muss eine unnötige empirische Antibiotikatherapie verhindert werden, um das Risiko von Pilzinfektionen und Kolonisation mit resistenten Erregern gering zu halten. Ziel der Studie war es, die Kinetik des CRPs bei Säuglingen nach Operation am kardiopulmonalen Bypass in der frühen und späten postoperativen Phase darzustellen. Dadurch sollte geklärt werden, ob durch eine Analyse der CRP-Kinetik Unterschiede zwischen Säuglingen mit Infektion und nicht-infektiösem Verlauf bzw. SIRS dargestellt werden können und sich dadurch die Diagnosesicherheit im klinischen Alltag erhöhen lässt. Dazu wurden retrospektiv die Daten von Säuglingen mit angeborenem Herzfehler nach Operation am kardiopulmonalen Bypass von August 2012 bis Oktober 2015 ausgewertet. Erfasst wurden operationsspezifische Daten, klinisches Outcome und der CRP Verlauf in den ersten 28 postoperativen Tagen. Die Kinetik der Entzündungsparameter von Säuglingen mit postoperativer Infektion wurde mit Säuglingen, bei denen ein nicht-infektiöser Verlauf vorlag, verglichen und getrennt für die frühe (innerhalb der ersten drei Tage nach CPB) und späte postoperative Phase (4 bis 28 Tage nach CPB) erfasst. Es wurden 235 Operationen am CPB bei 107 männlichen und 87 weiblichen Säuglingen mit einem Alter von 0-51 Wochen ausgewertet. Die absoluten Werte des CRPs der Fälle mit früher postoperativer Infektion (n=22) unterschieden sich nicht von den Fällen ohne Infektion (n=213). Die Änderung des CRPs im Sinne eines negativen Trends von Tag 2 auf Tag 3 zeigte bei Infektion einen signifikant geringeren Rückgang mit -0.26% [0.55-0.36] versus -0.41% [-0.92-4.02], p=0.025 ohne Infektion. In der späten postoperativen Phase wurden 61 Fälle mit einem CRP Anstieg von >2 mg/dl/24h ausgewertet, 34 Fälle mit Infektion. Diese Gruppe zeigte signifikant höhere CRP-Werte an Steigungstag 2 und 3 nach Infektionsverdacht sowie zwei konsekutive CRP Anstiege. Der Anstieg des CRPs auf den 2. Tag nach Infektionsverdacht betrug in der Infektionsgruppe 2.63 (mg/dl)/Tag [-5.6 – 14.7], während das CRP in den Fällen ohne Infektion mit einer Steigung von -0.13 (mg/dl)/Tag [-4.6 – 7.7], p=0.005 bereits rückläufig war. Dies ließ die Schlussfolgerung zu, dass die Höhe sowie die Kinetik des CRPs in der frühen postoperativen Phase nach kardiopulmonaler Bypass Operation keinen prädiktiven Wert für das Vorliegen einer Infektion haben. Ein verzögerter Rückgang am 3. postoperativen Tag kann allerdings auf eine Infektion hindeuten. In der späten postoperativen Phase sollte ein anhaltender CRP Anstieg über zwei Tage zusammen mit der klinisch-infektiologischen Beurteilung des Patienten weitere Diagnostik veranlassen.

Das Dokument erscheint in: