Effekt des topischen Hämostatikums Hemospray auf die Ulkusheilung im Gastrointestinaltrakt - Eine Pilotstudie am Schweinemodell

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URI: http://hdl.handle.net/10900/115219
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1152190
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-56594
Dokumentart: Dissertation
Date: 2021-05-14
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Götz, Martin (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2021-02-26
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Gastroenterologische Endoskopie , Geschwür
Other Keywords: Hemospray
Gastrointestinales Ulkus
Mukosale Heilung
License: Publishing license excluding print on demand
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Inhaltszusammenfassung:

Gastrointestinale Ulzera sind auch heute noch ein sehr häufiges Krankheitsbild, das viele verschiedene Patientengruppen betrifft. Gastroduodenale Ulzera sind am häufigsten auf eine Infektion mit H. pylori oder die Einnahme von NSAR zurückzuführen, während kolorektale Ulzera vor allem bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen auftreten. Die bisher bekannten Therapiemaßnahmen zielen vor allem auf eine Verhinderung der Entstehung der Ulzera oder eine Behandlung der Komplikationen ab. Mit unserer Pilotstudie am Schweinemodell untersuchten wir den Einfluss des topischen Hämostatikums Hemospray, das zur Blutstillung inzwischen etabliert ist, auf die Abheilung von bestehenden Ulzera. Die Anwendung von Hemospray zur Blutungskontrolle zeigte in einzelnen Fallberichten eine vergleichsweise gute Abheilung der Ulzera in der Kontrollendoskopie. Zur Beurteilung dieser Heilungstendenzen und zur Evaluation eines möglicherweise mukosaprotektiven Effekts entwickelten wir einen Studienaufbau am bereits für endoskopische Versuche etablierten porcinen Modell. Es wurden bei 10 Tieren insgesamt 40 Ulzera in Magen und Kolon induziert und bei der Hälfte der Tiere die Ulzera einmalig mit Hemospray behandelt. Im Verlauf erfolgten an Tag 2 und Tag 7 Kontrollendoskopien zur Größenbestimmung der Ulzera und an Tag 7 die histologische Auswertung der entnommenen Präparate. Das Ziel war die Untersuchung verschiedener Heilungsfaktoren, darunter die Angiogenese sowie die Fibrosierung der Ulzera. Zudem wurde die Abheilung anhand der Flächenveränderung der Ulzera im zeitlichen Verlauf beurteilt. Es zeigte sich, dass sowohl in der Kontroll- als auch in der Behandlungsgruppe die Ulkusfläche vom Zeitpunkt der Induktion zur ersten Kontrollendoskopie an Tag 2 zunächst zunahm. Dies galt sowohl für die Ulzera im Magen als auch im Kolon. An Tag 7 hingegen zeigte sich eine in beiden Gruppen signifikant kleinere Ulkusfläche als am Tag der Induktion. Die Unterschiede beider Gruppen waren jedoch nicht signifikant. Bei der Beurteilung der Angiogenese zeigte sich ein differierendes Bild je nach Lokalisation des Ulkus. Im Magen konnten für die Kontrollgruppe mehr Endothelzellkerne dargestellt werden als für die Behandlungsgruppe, im Kolon hingegen war die Tendenz umgekehrt. Die Unterschiede waren ebenfalls nicht signifikant. Bei der Bestimmung der Fibrose in den induzierten Ulzera war sowohl im Magen als auch im Kolon eine minimale Tendenz zu einer größeren Schichtdicke bei den mit Hemospray behandelten Tieren zu erkennen. Außerdem war die gemessene Kollagenfaserdicke bei Kontroll- und Hemospraygruppe im Kolon größer als bei den Magenulzera beider Gruppen. Die Unterschiede waren nicht signifikant. Am Ulkusgrund zeigte sich in allen Fällen eine dickere Fibroseschicht als am Ulkusrand. Durch unsere Studie konnten wir einige Tendenzen für weiterführende Studien aufzeigen. Trotz der leicht positiven Effekte von Hemospray konnten wir keinen signifikanten Unterschied in beiden Gruppen darstellen. Für zukünftige Studien sollten ein längerer Beobachtungszeitraum und eine größere Kohorte gewählt werden, um statistisch verwertbarere Aussagen zu treffen. Es lassen sich also einige Ansatzpunkte für weitere Versuche ableiten, um die Wirkung von Hemospray auf die Abheilung von Ulzera in Gastrointestinaltrakt noch besser zu untersuchen.

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