Prädiktion von thromboischämischen Ereignissen, Blutungen und Todesfällen mit Hilfe von Risikoscores; eine retrospektive, monozentrische Studie bei Patienten mit symptomatischer koronarer Herzkrankheit

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URI: http://hdl.handle.net/10900/113380
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1133804
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-54756
Dokumentart: Dissertation
Date: 2021-03-16
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Geisler, Tobias (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2021-03-02
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Other Keywords: Koronare Herzkrankheit
Risikoscores
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Inhaltszusammenfassung:

Thromboischämische Ereignisse und Blutungen sind mögliche schwerwiegende Komplikationen nach einer perkutanen Koronarintervention (PCI) bei Patienten mit symptomatischer koronarer Herzkrankheit (KHK). Demnach sollte die Dauer der dualen antithrombozytären Therapie je nach individuellem Patientenrisiko angepasst werden. Hierzu sind zuverlässige Risikovorhersagemodelle zur Identifikation von Hochrisikopatienten für solche Ereignisse notwendig. In dieser Arbeit werden für 6 ausgewählte Risikoscores (PREDICT-STABLE, GRACE 2.0, CALIBER, DAPT, PARIS MB und PARIS CTE) die prädiktiven Leistungen bezüglich unerwünschter Ereignisse nach einer PCI anhand eines Patientenkollektivs des Universitätsklinikums Tübingen ermittelt. Es wurden 1416 Patienten mit symptomatischer KHK (chronisches und akutes Koronarsyndrom) und erfolgter PCI retrospektiv ausgewählt und zugeordnete Risikoscores berechnet. In einem anschließenden 360-Tage-Follow-up konnten 1349 Patienten auf die Ereignisse Myokardinfarkt, ischämischer Schlaganfall, Blutung und Tod verlaufskontrolliert werden (67 Patienten gingen im Follow-up verloren). Mittels ROC-Kurven und der Berechnung der Flächen unter den Kurven (AUC) kann für jeden Risikoscore die prädiktive Leistung zur Vorhersage jedes Ereignisses in unserem Patientenkollektiv dargestellt werden. Zusätzlich werden diese Analysen auch für Frauen und Männer separat durchgeführt, wobei hier zum Teil unterschiedliche Ergebnisse zu beobachten sind. Anschließend werden die Ergebnisse mit der gängigen Literatur verglichen. Einige Risikoscores schneiden in unserem Patientenkollektiv besser für die Vorhersage unerwünschter Ereignisse ab, als für das Ereignis, wofür sie ursprünglich entwickelt wurden. Insbesondere der CALIBER-Risikorechner kann nach unseren Erkenntnissen zusätzlich zur Risikoabschätzung von ischämischen Schlaganfällen und Blutungsereignissen nach einer PCI herangezogen werden, was sein Anwendungsspektrum erweitern würde. Im Vergleich zu den anderen Risikoscores werden beim CALIBER-Risikorechner deutlich mehr Variablen für die Risikoberechnung benötigt, unter denen sich auch vermehrt Biomarker befinden. Zur Verbesserung von Risikovorhersagemodellen solcher Art sollte künftig neben den konventionellen klinischen Parametern und Patientencharakteristika der Nutzen einer vermehrten Verwendung von Biomarkern weiter erforscht werden.

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