Material und Verarbeitung textiler Rohstoffe in der römischen Epoche am Beispiel der Funde aus Mainz

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URI: http://hdl.handle.net/10900/111835
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1118351
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-53211
Dokumentart: Dissertation
Date: 2021-01-21
Language: German
Faculty: 5 Philosophische Fakultät
Department: Ur- und Frühgeschichte
Advisor: Pernicka, Ernst (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2020-09-18
DDC Classifikation: 930 - History of ancient world to ca. 499
Keywords: Provinzialrömische Archäologie , Archäometrie , Textilien
Other Keywords: Textilarchäologie
textile archaeology
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Inhaltszusammenfassung:

Die Studie widmet sich der Untersuchung der Organisation der römischen Textilproduktion. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, inwieweit eine detaillierte Betrachtung der Primärquelle, also archäologischer Textilreste, Rückschlüsse auf Arbeitsteilung und Spezialisierung erlaubt. Als Gegenstand der Forschungen dient ein Konvolut römischer Textilien aus Mainz. Mit der Bearbeitung dieses Bestands von ca. 500 textilen Resten, die im Zuge einer über 150-jährigen Forschungsgeschichte in Mainz geborgen und nachfolgend in 14 Sammlungen im In- und Ausland untergebracht wurden, wird ein wichtiger Korpus eines sonst relativ wenig bearbeiteten Fundmaterials vorgelegt. In einer eingangs gegebenen Darstellung der Forschungsgeschichte zu den Mainzer Textilien wird deren uneinheitliche Herkunft illustriert und gleichzeitig deren enge Verquickung mit der frühen Forschungsgeschichte des Fachs Ur- und Frühgeschichte deutlich. Den Hauptteil der Arbeit nimmt die antiquarische und analytische Behandlung der Funde ein. Dies umfasst zunächst eine ausgiebige Erörterung der Fundkontexte, -erhaltung und -materialien. Dann wird ein auf verschiedenen theoretischen Modellen basierendes, methodisches Gerüst zur Rekonstruktion der Produktionskontexte entwickelt. Diesem archäologischen Ansatz wird ein auf naturwissenschaftlichen Analysen beruhendes Untersuchungsprogramm zur Seite gestellt. Nach einem Überblick zum Stand der Forschung in der Textilarchäologie werden die überwiegend auf verschiedenen mikroskopischen Routinen beruhenden Verfahrensweisen bei der Betrachtung der Mainzer Textilreste erläutert, die sich auf die Qualität des Fundmaterials richten. Es folgen die Bestimmung von Material und Herstellungstechnik, also der Konstruktion von Faden und Fläche sowie die Suche nach Belegen für der Veredlung, Verzierung und Formgebung dienende Verfahren, gegebenenfalls auch unter Auswertung relevanter Beobachtungen zum Gebrauch. Auf dieser Basis wird das allgemein gute Niveau der römischen Textilproduktion in Mainz deutlich. Die festgestellte Standardisierung textiler Güter lässt einen hohen Organisationsgrad des Mainzer Wollhandwerks annehmen, d.h. wenigen Produzenten im Verhältnis zur Zahl der Konsumenten. Dabei scheint die Herstellung überwiegend lokal oder regional in individuellen bzw. zusammengeschlossenen Werkstattkontexten erfolgt zu sein. Hinweise, dass textile Produkte in größerem Maßstab im römischen Reich verhandelt wurden, ergaben sich nicht. Im letzten Kapitel wird der Befund mit ausgewählten Bild- und Schriftquellen sowie dem ökonomischen Umfeld verglichen. Daraus wird ein Modell der römischen Textilproduktion entwickelt, in dessen Zentrum die Kundschaft und deren Bedürfnisse stehen, sich aber auch die Entscheidungen der Produzenten spiegeln. Die Auswertung der Ergebnisse bestätigt somit, dass die Untersuchung archäologischer Textilien einen Beitrag zur Klärung der Organisation der Produktion zu erbringen vermag.

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