Psychologische Aspekte sowie Psychotherapiebedarf und deren möglicher Einfluss auf die Lebensqualität bei Chronisch Entzündlichen Darmerkrankungen

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URI: http://hdl.handle.net/10900/110384
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1103841
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-51760
Dokumentart: Dissertation
Date: 2020-12-08
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Wehkamp, Jan (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2020-10-12
DDC Classifikation: 150 - Psychology
500 - Natural sciences and mathematics
610 - Medicine and health
Keywords: Darm , Psychotherapie , Lebensqualität , Darmkrankheit , Gastrointestinale Krankheit
Other Keywords: CED
Chronisch entzündliche Darmerkrankungen
Progredienzangst
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Inhaltszusammenfassung:

In unserer Studie lässt sich feststellen, dass etwa die Hälfte der CED Patienten starken Bedarf an einer zusätzlichen Psychotherapie ausdrückt. Die Bewertung von einigen prädiktiven Variablen, wie vorherige operative Eingriffe, vorherige Psychotherapie, Rauchgewohnheiten und eventuell das Erkenntnisniveau der CED Patienten in Verbindung mit den ADAPT-, PA-F-KF- und SIBDQ-Scores, erlaubt es Patienten mit hoher Psychotherapie-Nachfrage zu identifizieren. Trotz der umfassenden Bewertung in unserer Studie und der Identifizierung der oben genannten prädiktiven Variablen ist es immer noch nicht möglich, alle Faktoren zu erklären, die zu einer PT-Nachfrage bei CED Patienten führen. Das von uns erarbeitete Modell erklärt etwa ein Drittel der Varianz der Psychotherapie-Nachfrage in unserem Patientenkollektiv. Es ist daher anzunehmen, dass es weitere Einflussfaktoren gibt, welche in zukünftigen Studien erforscht werden sollten. Zusätzliche Daten unserer Studie bezüglich einer niedrigen Lebensqualität sowohl bei MC als auch bei CU Patienten erlaubten die Identifizierung von besonders benachteiligten Patienten wie Rauchern, Patienten mit extra-intestinalen Manifestationen (EIM) und Patienten, die eine hohe Anzahl an verschiedenen Medikamenten einnehmen. Auch die Progredienzangst spielt bei der Lebensqualität und dem Bedarf nach Psychotherapie eine wichtige Rolle und sie manifestiert sich unter anderem bei weiblichen Patienten, die häufig stationär behandelt wurden und keine Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe und/oder Patientenvereinigung aufzeigten. Um CED Patienten effektiver zu helfen und eine ganzheitliche Behandlung anzubieten, sollten zukünftige Studien, sowohl bezüglich der Lebensqualität als auch der Progredienzangst, zur Identifizierung zusätzlicher Faktoren dienen, die die jeweils fehlenden 50% der Varianz unserer multiplen-, linearen Regressionanalysen für MC und CU im Voraus erklären können. Abschließend bieten unsere Daten den ersten Schritt für eine rationale und genauere Planung des CED-Patienten-Managements in der täglichen klinischen Routine und vermeidet „Mainstream-psychotherapeutische“ Therapieangebote. Die psychologischen Scores und weitere Screening-Tools-Variablen können somit zu einer „personalisierten Medizin“ in Bezug auf psychotherapeutische Interventionen bei CED, zur Verbesserung der Lebensqualität und zur Senkung der Progredienzangst in der täglichen Versorgung genutzt werden.

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