Ein Antibiotic Stewardship Programm an der Kinderklinik München-Harlaching

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URI: http://hdl.handle.net/10900/109484
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1094846
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-50861
Dokumentart: Dissertation
Date: 2020-11-11
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Rieber, Nikolaus (Prof. Dr. med)
Day of Oral Examination: 2020-10-12
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Kinderheilkunde , Infektiologie , Antibiotikum , Multidrug-Resistenz
Other Keywords: Antibiotic Stewardship
Pädiatrie
kommunale Kinderklinik
Multiresistente Erreger
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Inhaltszusammenfassung:

Hintergrund Die Zunahme multiresistenter Erreger macht einen rationalen Umgang mit den verfügbaren antibiotischen Wirkstoffen unabdingbar. Eine bereits etablierte Möglichkeit ist die Implementierung von Antibiotic-Stewardship Programmen (ABS). Diese sind bei Erwachsenen gut evaluiert. Die Datenlage in Kinderkliniken der Grundversorgung ist jedoch noch unzureichend. Verbrauchsdaten von Antibiotika werden in pädiatrischen Studien mittels „Days of therapy“ (DOT) bestimmt. Ein DOT entspricht einem Verordnungstag eines Wirkstoffes. Die gesamte Therapiedauer wird als „Length of therapy“ (LOT) dargestellt. Fragestellung Kann durch die Implementierung klinikinterner Leitlinien und Schulungen für ausgewählte Infektionskrankheiten sowie die Einführung einer Pocketcard und regelmäßiger infektiologischer Visiten die Leitlinienadhärenz gesteigert werden? Wie wirkt sich eine solche Intervention auf die Verbrauchsdaten antibiotischer Wirkstoffe aus? Material und Methoden Im jeweils ersten Quartal des Jahres 2017 und des Jahres 2018 werden alle Verordnungen antibiotischer Wirkstoffe auf den Nicht-Intensiv-Stationen einer allgemeinpädiatrischen und neonatologischen Kinderklinik erfasst und ausgewertet. Hauptzielgröße ist die Leitlinienadhärenz für Pneumonie, Meningitis, Tonsillitis, Harnwegsinfektionen und akute Otitis media. Im Juli 2017 wird mit Schulungen, einer Pocketcard und klinikinternen Leitlinien eine Intervention gesetzt. Nebenzielgrößen sind die Verbrauchsdaten (DOT, LOT) der einzelnen Wirkstoffe. Ergebnisse Mit der Implementierung des ABS-Programmes konnte eine statistisch signifikante Zunahme der Leitlinienadhärenz von 33% auf 63% sechs Monate nach Intervention beobachtet werden. Die Anzahl der DOT von Cephalosporinen nahm signifikant ab (-60%). Im Gegenzug nahm die Anzahl der DOT von Aminopenicillinen signifikant zu (+120%). Weder vor noch nach der Intervention kam es zu Todesfällen im Beobachtungszeitraum. Diskussion Es gibt bisher kaum publizierte Daten zu ABS-Programmen an nicht-universitären Kinderkliniken. Diese Arbeit zeigt die deutliche und signifikante Verbesserung der Leitlinienadhärenz durch ein ABS-Programm bei pädiatrischen Patienten. Mit der Intervention konnte der Verbrauch von Cephalosporinen der zweiten Generation signifikant reduziert werden. Dies ist in Hinblick auf die Selektion von multiresistenten Erregern (wie Vancomycin-resistente Enterokokken) relevant. Limitiert ist diese Studie durch den kurzen Beobachtungszeitraum und das unizentrische Design. Dennoch belegt sie die Effektivität von ABS-Programmen an einer Kinderklinik der Basisversorgung.

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