An experimental investigation of presupposition processing

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URI: http://hdl.handle.net/10900/109427
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1094276
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-50804
Dokumentart: Dissertation
Date: 2020-11-10
Language: English
Faculty: 7 Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät
Department: Psychologie
Advisor: Janzcyk, Markus (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2020-10-09
DDC Classifikation: 150 - Psychology
400 - Language and Linguistics
Keywords: Voraussetzung , Verarbeitung
Other Keywords:
Presupposition
Processing
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Inhaltszusammenfassung:

Eine Präsupposition ist eine Bedingung an den Kontext. Nur in Kontexten, die die Präsupposition beinhalten, kann ein Satz angemessen geäußert werden. Der definite Artikel (beispielsweise „die Banane“) löst die Einzigartigkeitspräsupposition aus, dass genau eine identifizierbare Banane im entsprechenden Diskurs existiert. Der indefinite Artikel (beispielsweise „eine Banane“) drückt eher Nicht-Einzigartigkeit aus, und deutet dadurch darauf hin, dass im Kontext mehrere Bananen existieren. Die vorliegende Dissertation beschäftigt sich mit der Frage, wie diese Nicht-Einzigartigkeitsinferenz entsteht. Mouse-tracking Studien (Studie 1 und Studie 4) liefern Evidenz für die Anwendung des Prinzips der Präsuppositionsmaximierung (engl. Maximize Presupposition). Nach diesem Prinzip entsteht die Nicht-Einzigartigkeit des indefiniten Artikels indirekt als Anti-Präsupposition nach vorheriger Betrachtung der Einzigartigkeitspräsupposition des definiten Artikels. Die zweistufige Verarbeitung des indefiniten Artikels beinhaltet als erstes die Verarbeitung der Einzigartigkeitspräsupposition des definiten Artikels und negiert diese im zweiten Verarbeitungsschritt. Durch diese zweistufige Verarbeitung entstehen erhöhte Verarbeitungskosten für den indefiniten Artikel. Außerdem, untersucht die vorliegende Arbeit, welche kognitiven Kapazitäten während der Verarbeitung von Präsuppositionen beansprucht werden. Um diese Frage zu beantworten, wird das Paradigma Psychological Refractory Period (PRP) mit einem Lesezeitexperiment kombiniert um die Locus of slack-Logik anwenden zu können. Dieses Paradigma ermöglicht es herauszufinden, welche Verarbeitungsstufen beteiligt sind. Studie 2 und Studie 3 lieferten Evidenz für eine kapazitätslimitierte Verarbeitung von Präsuppositionen deren Ursprung in der zentralen Verarbeitungsstufe verortet wird. Es kann deshalb angenommen werden, dass die Verarbeitung von Präsuppositionen nicht automatisch stattfindet und dass diese Verarbeitung nicht parallel zu anderen Verarbeitungsprozessen ablaufen kann. Außerdem, konnte mit Studie 4 und Studie 5 Evidenz für eine schnelle Verarbeitung von Präsuppositionen geliefert werden. Wenn der Kontext die Präsupposition explizit falsifiziert, führt dies zu Verarbeitungsschwierigkeiten, die auftreten, sobald die Präsupposition dem Hörer bekannt ist, allerdings bereits vor dem Ende des Satzes. Die präsentierten Ergebnisse unterstützen einen semantischen Ansatz, wonach die zusätzliche Bedeutung, die durch Präsuppositionen ausgerückt wird im lexikalischen Eintrag des Präsuppositionsauslösers verankert ist.

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