Einfluss eines iterativen Algorithmus zur Auflösungsrückgewinnung auf Adenomnachweis und Bildkontrast in der planaren Nebenschilddrüsenszintigraphie

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URI: http://hdl.handle.net/10900/104242
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1042426
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-45620
Dokumentart: Dissertation
Date: 2020-07-31
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Bares, Roland (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2020-01-23
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Primärer Hyperparathyreoidismus
Other Keywords: Nebenschilddrüsenszintigraphie
Nebenschilddrüsenadenom
Auflösungsrückgewinnung
License: Publishing license excluding print on demand
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Inhaltszusammenfassung:

Die Nebenschilddrüsenszintigraphie mit 99mTc-MIBI ist ein etabliertes nuklearmedizinisches Verfahren zur Lokalisation von Nebenschilddrüsenadenomen. Der Abbildungsprozess an der Gammakamera führt zu einem unvermeidbaren Auflösungsverlust, da auch Teile der divergent einfallenden Strahlenbündel den Kollimator passieren. Eine Kompensationsmöglichkeit stellt die Verwendung eines iterativen Entfaltungsalgorithmus zur Auflösungsrückgewinnung dar. Für die vorliegende Studie wurden 164 planare Nebenschilddrüsenszintigraphien mit einem solchen Algorithmus nachbearbeitet. Es wurde untersucht, wie sich die Nachbearbeitung auf den Bildkontrast und die Herderkennbarkeit auswirkt sowie ein Vergleich mit den Ergebnissen der Nebenschilddrüsen-SPECT vorgenommen. Außerdem wurde geprüft, ob zwischen der Größe eines Herdes und dem Bildkontrast oder der Parathormonkonzentration ein Zusammenhang besteht und ob sich eine Adenomlokalisation dorsal der Schilddrüse auf die szintigraphische Erkennbarkeit auswirkt. Es zeigte sich, dass die Nachbearbeitung zu einer signifikanten Kontrasterhöhung führt. Bei der verblindeten Beurteilung der unbearbeiteten und nachbearbeiteten Szintigramme ergab sich bei den nachbearbeiteten Datensätzen stets eine höhere Herderkennbarkeit. Der Anstieg der Zahl der erkannten Herde kann mit der festgestellten Erhöhung des Bildkontrasts erklärt werden. Es bestätigte sich, dass die unbearbeitete planare Szintigraphie der SPECT unterlegen ist. Auch die Sensitivität der nachbearbeiteten planaren Szintigraphie war geringer als die der SPECT, jedoch ohne signifikanten Unterschied. Der Herdkontrast zeigte eine mittlere Korrelation mit dem Volumen des jeweiligen Nebenschilddrüsenadenoms. Zwischen dem Volumen der exstirpierten Nebenschilddrüsenadenome und der Parathormonkonzentration im Plasma fand sich eine positive Korrelation. Es war nicht möglich, einen Einfluss der Lage in Relation zur Schilddrüse auf die Erkennbarkeit eines Nebenschilddrüsenadenoms nachzuweisen. Die vorliegende Studie zeigte somit, dass die Nachbearbeitung planarer Nebenschilddrüsenszintigramme mithilfe eines iterativen Algorithmus zur Auflösungsrückgewinnung durch eine Verstärkung des Bildkontrasts eine höhere Bewertungssicherheit ermöglicht. Die Kontrastverbesserung könnte insbesondere einem weniger erfahrenen Untersucher durch eine einfachere Mustererkennung von Nutzen sein. Dass durch die Nachbearbeitung die Sensitivität der methodisch aufwändigeren SPECT tatsächlich erreicht werden kann, ist fraglich, da sie die fehlende Möglichkeit zur überlagerungsfreien Darstellung nicht ausgleichen kann.

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