Perioperatives Bridgingmanagement von Antikoagulation und Thrombozytenaggregationshemmung bei neurochirurgischen Eingriffen

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URI: http://hdl.handle.net/10900/103843
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1038431
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-45221
Dokumentart: PhDThesis
Date: 2020-07-24
Source: Skardelly, M., Mönch, L., Roder, C., Hockel, K., Tatagiba, M. S. & Ebner, F. H. 2018. Survey of the management of perioperative bridging of anticoagulation and antiplatelet therapy in neurosurgery. Acta Neurochir (Wien), 160, 2077-2085. DOI: 10.1007/s00701-018-3679-5
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Zahnmedizin
Advisor: Skardelly, Marco (PD Dr.)
Day of Oral Examination: 2020-06-16
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Neurochirurgie
Other Keywords: Bridging
Antikoagulation
License: http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=de http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=en
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Inhaltszusammenfassung:

Durch die zunehmende Anzahl an Patienten, die eine Medikation mit Antikoagulanzien und Thrombozytenaggregationshemmern erhalten, steigt auch die Anzahl an neurochirurgischen Patienten, die unter einer Medikation mit Antikoagulanzien und Thrombozytenaggregationshemmern stehen. Bei solchen Patienten ist das perioperative Management erschwert, da das erhöhte thromboembolische sowie das vorhandene Blutungsrisiko ausbalanciert sein muss. Wird die Vormedikation abgesetzt, kann die entstehende antikoagulatorische Lücke durch eine Bridgingtherapie mit einem kurzwirksamen Antikoagulans, wie beispielsweise Heparin, überbrückt werden. Derzeit gibt es jedoch keine klinischen Studien, welche die Effektivität einer Bridgingtherapie in der Neurochirurgie belegen. Durch die fehlende Evidenz ist das perioperative Management dieser Patienten erschwert. Es gibt keine Leitlinien an denen sich die behandelnden Neurochirurgen orientieren können. Die vorliegende Dissertation verfolgt daher das Ziel, den aktuellen Stand des perioperativen Managements von Antikoagulanzien (Vitamin-K-Antagonisten, NOAK´s) und Thrombozytenaggregationshemmern (ASS, Duale Plättchenhemmung) in den eigenständigen deutschen neurochirurgischen Abteilungen anhand eines ausgewerteten Online Surveys zu erfassen. Im Survey wurde grundsätzlich zwischen drei Vorgehensweisen beim perioperativen Management unterschieden: Absetzen der Medikation mit Bridging, Absetzen der Medikation ohne Bridging sowie Fortsetzen der Medikation. Die Auswertung des Online Surveys zeigte deutliche Unterschiede beim Bridging Management der verschieden neurochirurgischen Abteilungen. Vor allem bei den Thrombozytenaggregationshemmern ergaben sich stark differente Ergebnisse. In 33% wird ASS in den Kliniken abgesetzt mit Bridging, weitere 25% setzen ASS ohne Bridging ab und in 33% der Kliniken wird ASS bei einem hohen thromboembolischen Risiko fortgeführt. Die NOAK´s werden trotz ihrer kurzen Halbwertszeiten bei niedrigem thromboembolischen Risiko in 44% der Kliniken gebridged und in 54% abgesetzt ohne zu bridgen. Bei den Vitamin-K-Antagonisten wird beim niedrigen (61%), mittleren (87%) als auch beim hohen (89%) thromboembolischen Risiko am häufigsten ein Bridging durchgeführt, trotz des erhöhten Blutungsrisikos bei neurochirurgischen Eingriffen. Laut den aktuellen Studien, bei denen jedoch neurochirurgische Eingriffe aufgrund des erhöhten Blutungsrisikos meist ausgeschlossen wurden, wird die Notwendigkeit einer Bridgingtherapie bei geringem thromboembolischen Risiko zunehmend kritisch bewertet. Bei der Auswertung war auffallend, dass ASS in vielen Kliniken mit Heparin gebridged wird, obwohl Heparine einer anderen Substanzklasse angehören und nicht offiziell zum Bridging von Thrombozytenaggregationshemmern geeignet sind. Anhand dieser Survey Studie konnte gezeigt werden, dass klinische Studien notwendig sind, um das optimale perioperative Management von Patienten, die mit Antikoagulanzien und Thrombozytenaggregationshemmern behandelt werden, zu ermöglichen.

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